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Jesu/Sun Kil Moon Jesu/Sun Kil Moon

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In einem Song des letzten Sun-Kil-Moon-Albums, „Universal Themes“, gibt Mark Kozelek einen Bericht vom Konzert der britischen Industrial-Metal-Band Godflesh. Und da seine Platten der vergangenen Jahre zusammengenommen eine epische Erzählung ergeben, in der alles mit allem zusammenhängt, ist es nur konsequent, dass er auf seinem neuen Werk mit Jesu, dem Zeitlupenmetal-Projekt des Godflesh-Sängers Justin Broadrick, zusammenarbeitet. Besonders hart geht es – zumindest musikalisch – allerdings nicht zu auf den neuen Stücken.

Broadricks metallische Shoegazing-Gitarren verstummen im Verlauf des Albums fast ganz und sind auf den besten Tracks vollkommen abwesend. „Fragile“ etwa, eine berührende Elegie auf Chris Squire und einen Freund von Kozelek, der ebenfalls Chris hieß und wie der Yes-Bassist an Leukämie starb, ist ein akustisches Fingerpicking-Stück mit Harmoniegesang von Will Oldham, vieles erinnert hier musikalisch auch an das Elektro-Ambient-Album „Perils From The Sea“, das Kozelek 2013 mit Jimmy LaValle alias The Album Leaf aufnahm.

So auch der Song mit dem bescheidenen Titel „Last Night I Rocked The Room Like Elvis And Had Them Laughing Like Richard Pryor“, in dem der Sänger am Ende bewegt und amüsiert den Brief eines Fans, Victor aus Singapur, vorliest, der somit zum Koautor wird (in „America’s Most Wanted“ wird einer Tracy oder Tanya aus Sheffield diese Ehre ebenfalls zuteil), und das neunminütige „Exodus“, das mit der Nachricht vom tragischen Tod von Nick Caves Sohn im vergangenen Jahr beginnt und sich zu einer mitfühlenden Betrachtung über Elternliebe und den Tod von Kindern entwickelt.

Diese bewegenden Stücke, ja all die Geschichten, die Kozelek in den vergangenen drei, vier Jahren erzählt hat, scheinen jedoch nur Vorbereitung zu sein für die große, ultimative Versenkung, die am Ende dieses Albums steht: Zu Synthesizern wie auf Van Morrisons „Inarticulate Speech Of The Heart“ erzählt der Sänger in 14 Minuten von einem geglückten Tag. Er sei nun 48, gesund und glücklich, schließt er, seine Eltern lebten noch, er sehe aus dem Fenster die Golden Gate Bridge funkeln, im Fernsehen sei das Gesicht von Jimmy Fallon zu sehen, und er denke an früher, an alles, was ihn zu dem wunderschönen Musikstück geführt habe, dem er gerade lausche.

Es stammt von Justin Broadrick und kam drei Tage zuvor per Post.

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