Jochen Distelmeyer „Gefühlte Wahrheiten“


Four Music/Sony (VÖ: 1.7.)


von

„Halt mich an mein Herz, wie es klopft“, singt Distelmeyer, „lauter als die Stimmen im Kopf“ – ja, das ist es. Mehr aufs Herz hören, nicht auf den Geist, wie schon mit „Old Nobody“ von 1999: weniger Adorno, mehr Hilde Domin. Auf seinem ersten Album mit eigenen Songs seit „Heavy“ (2009) spielt er nicht nur Pop, sondern auch R&B und Soul. Die drei Stücke auf Englisch aber sind seine schwächeren: „The Road“ vertraut auf gängige Country-Schemata, die zwar Traditionen folgen, aber oft wie Melodiekorsette erscheinen.

Wie hat man diese Musik doch vermisst!

Zu den großen Distelmeyer-Werken gehört „Zurück zu mir“, auch dank einer überwältigenden Einsicht: Niemand hat jene Lücke füllen können, die Distelmeyer vor 13 Jahren hinterließ. Wie kein anderer verzweifelt er am Leben der anderen („Das real life ist den Hatern ins Netz gegangen/ Egal wohin man surft, nur verirrte Seelen“), aber das ausnahmsweise freundliche Über-Ich singt im Frauenchor zu ihm, wie einst in „Anders als glücklich“. Am Ende scheint er zu lachen. Das ist tröstlich, und er selbst bietet auch Trost. Wie hat man diese Musik doch vermisst!


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