JOSEPH COTTON – Dancehall Days 1976-84 :: MOLL/INDIGO

Joseph ist ein DJ und Toaster vieler I Stile. Seit 1976, als er seine ersten Aufnahmen machte, bis heute ist er immer wandlungsfahig geblieben. Der Durchbrüche gab es zwei: Einmal in den späten 70er Jahren als Jah Walton und dann massiv mit unverkennbar persönlichem Stil als Joseph Cotton in den späten 80er Jahren.

Doch waren schon, als er sich noch Jah Walton nannte, eine große Menge Vinyl – Single und LP – bei respektablen jamaikanischen Produzenten erschienenjoseph Cotton war damals bekannt als DJ, der seine Texte im Sing-Jay-Style vortrug, einem Stil, mit dem Stars wie Big Youth oder Prince Jazzbo seit Mitte der 70er Jahre mit lalligschleppenden Wortattacken das Publikum der Dance Halls und der Sound Systems sich schütteln ließen.

„Dancekali Days 1976 -1984“ bietet Musik aus dieser Zeit, goldenen Tagen für Roots Reggae: alles getoastet. 1970 hatte U-Roy diesen Wahnsinn gestartet, den Sprechgesang über Instrumentals, locker sechs Jahre vor den Kollegen aus der Funk-Abteilung in New York. Nachdem es vorher seit Anfang der 60er Jahre nur aufmunternde Shouts auf den Dances gegeben hatte, war U-Roy der erste gewesen, der permanent sabbelte.

Joseph Cotton hat viel von allen seinen Vorgängern gelernt, weil viel geübt. Viele seiner Lieblings-Riddims stammen noch aus der späten Rocksteady-Ara (1966 bis 1968), wie die auf dieser CD aufgenommenen „My Best Girl“ und „Love Is Not A Gamble“; aber auch frühe Reggae-Songs wie „The Drifter“. „Please Be True“ und „Ali Baba“ sind zu hören, Liebeslieder, die er kommentiert, „Conscious Sounds“, meist Rasta-beeinflußt, oder einfach blitzaktuelle Bemerkungen zum Tagesgeschehen. Aufgenommen wurden die Stücke im Studio One, den Treasure Isle und Channel One Studios. Nicht vertreten sind „slack lyrics“, versaute Texte, vor denen er sich früher nicht scheute, man denke nur an die LP „Touch Her Where She Want It Most“ für Phil Pratt (1978). Aber als Sohn von Count Ossie, dem 1976 verstorbenen Vorsteher der „Mystic Revelation Of Rastafari“, muß man, wenn man es geschafft hat, sauber bleiben.

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