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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Kendrick Lamar Damn 


Vieles hat sich seit „To Pimp A Butterfly“ verändert. Der Präsident der USA heißt nicht mehr Obama, sondern Trump – auf Hoffnung folgten Angst und Ausgrenzung. Zeigte das Cover von Kendrick Lamars letztem Meisterwerk noch eine Gruppe junger schwarzer Männer, die ausgelassen und selbstbewusst vorm Weißen Haus posierten, ist die Party auf „Damn“ nun offensichtlich vorbei: Im billigen weißen T‑Shirt steht Lamar mit dem Rücken zur Wand, den Blick gesenkt.

„Is it wickedness? Is it weakness? You decide: are we gonna live or die?“ Gleich die ersten, von Koproduzent Bekon himmlisch gesungenen Zeilen in „Blood“ geben das Thema des Albums vor: die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit, aber auch die nach einem sinnstiftenden Gott. Im nachdenklichen Plauderton eines gutmütigen Pastors erzählt Lamar dann von einer blinden Frau, der er zu helfen versucht. Doch alles, was sie ihm antwortet, ist: „You have lost something. You’ve lost … your life.“ Dann zerreißt ein im Kontext des Songs völlig überraschender Schuss die eben noch so friedvolle Atmosphäre. Niemand ist sicher, will der Rapper damit sagen. In der Realität schwarzer Amerikaner ist Gewalt allgegenwärtig. Und jeder kann sowohl Täter sein als auch Opfer: Frauen oder Polizisten, Kinder oder Gangster.

Kampf um Bürgerrechte

Das folgende „DNA“ – gefährlich langsame Beats und ultratiefe Bässe – zieht den Hörer tief hinein in die weit verzweigten Wurzeln der Black Culture. „Humble“ setzt eher auf den Minimalismus des frühen Gangstarap. Der zu knochentrockenen Beats, einem harten Pianoriff und irritierenden Horrorsounds vorgetragene Text fordert Demut, zeigt dabei aber auch viel Selbstbewusstsein. Atemberaubend, wie Lamar mit Begriffen jongliert, immer auf der Suche nach Erkenntnis, immer respektvoll. „XXX“, eingespielt mit U2, ist eine Inspektion eines im Inneren zerrissenen Landes, das sich nach außen als Weltpolizist präsentiert: „The great American flag is wrapped and ­dragged with explosives. Compulsive disorder, sons and daughters, barricaded blocks and borders.“

Kooperation

Es fallen einem beim Hören große Namen ein wie Marvin Gaye, Curtis Mayfield oder John Coltrane. Denn auch „Damn“ verpackt den Kampf um Bürgerrechte und die Suche nach Gott in die aufregendste neue Musik, die derzeit zu haben ist. (Universal)


Studie: Musik hilft gegen Depressionen

>>> In der Galerie: Die zehn eingängigsten Popsongs seit 1940 Wir hatten ja immer schon geahnt, dass Musik glücklich(er) macht: Eine gemeinschaftliche Studie der Queen’s University, Belfast und des Northern Ireland Music Therapy Trust hat nachgewiesen, dass Musikhören auch Depressionen lindern kann. In der Studie verglichen die Forscher zwei Gruppen aus Kindern und Jugendlichen, die an Depressionen litten. Eine Gruppe erhielt eine konventionelle therapeutische Behandlung, die andere zusätzlich Musiktherapie. Wie sich herausstellte, zeigte jene Gruppe, die auch musiktherapeutische Unterstützung erhielt, ein im Vergleich zur anderen Gruppe deutlich gesteigertes Selbstbewusstsein und spürbar weniger depressive Symptome; zudem verbesserten sich Kommunikationsfähigkeit und Interaktion.…
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