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Blackout Tuesday

Kings Of Leon Aha Shake Heartbreak


Universal

Aus ROLLING STONE 11/2004:

Von all den pubertären amerikanischen Furz-Bands unterscheiden sich die Kings Of Leon auffällig: Sie sind Brüder, sie wurden im festen Glauben an die Bibel und das Wort des Herrn erzogen, und bis zur Volljährigkeit durften sie offiziell keinen Busen sehen, was ihnen in den Hurenhäusern von Tennessee dann bestimmt umso mehr Freude bereitet hat. Dergestalt gestählt, nahmen die drei Followills nebst Cousin mit Anfang 20 die Platte „Youth And Young Manhood“ auf, mit der sich gleichsam ein Triebstau entlud: Der Southern Rock erinnerte an die einschlägigen Bands der Siebziger, nur waren die Kings nicht so verdudelt wie die Allman Brothers.

Die Bärte, die in Europa für soviel Staunen sorgten, sind jetzt ab, und auch ihren Boogie haben die Jungs zurückgefahren: In fiebrigen, erst trägen, dann aufbrausenden Songs feiern die Kings Of Leon die Nächte, das Fluidum und die Frauen des Südens. War das erste Album ein halsbrecherischer Ritt durch den Rock’n’Roll, so ist dieses Werk lauernd, lasziv und gefährlich wie ein Ding aus den Sümpfen. Bitte nicht füttern!

Neben dem seltsam ausufernden Spiel (bei recht kurzen Songs) verblüfft vor allem Caleb Followills Gesang. Ist er eine Meckerziege, eine alte Vettel, ein Bursche im Stimmbruch, ein räudiger Kater? Manchmal kommt Mariachi-Stimmung auf, die mexikanische Grenze ist nah, ein Piano träufelt, etwas knirscht: „Slow Nights, So Long“. Und dann legen die Brüder los wie Zapatas Bande.

Alles andere als eingängig, das. Ist wohl wie mit der Spirituose, die da unten in Tennessee angeblich so langwierig in Holzfässern lagert.


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