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Kris Kristofferson The Complete Monument & Columbia Album Collection


Sony


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Von Kris Kristofferson wie von allen großen Songschreibern lässt sich sagen, dass er ein amerikanisches Leben führte und eines, das nur in Amerika möglich war. Er studierte Literatur, er war Lehrer, Journalist und beim Militär, er flog Hubschrauber zu den Bohrinseln im Golf von Mexiko, er war Musiker, Schauspieler, Hallodri, Liberaler, Sinéad-O’Connor-Beschützer. Seine Frau, Lisa, sagt, dass sein Spitzname in den 70er-Jahren „Kris Pissed-off-erson“ war. Er ist 80 Jahre alt.

Amerikaner nennen solche Männer „Outlaw“, vor allem wenn sie Country Music machen. Kristofferson schreibt solche Songs, und auf seinem ersten Album, „Kristofferson“ von 1970, sind neben etwas schwülstigen Balladen und Vaudeville-Stücken, manchmal in der Nähe der leichteren Songs von Townes Van Zandt, ja von Scott Walker, drei seiner besten und berühmtesten Lieder: „Me And Bobby McGee“, „Help Me Make It Through The Night“ und „Sunday Mornin’ Comin’ Down“. Er hatte praktisch alles gesagt. Auf „The Silver Tongued Devil And I“ (1971) sagte er in „The Pilgrim – Chapter 33“, „The Taker“ und „Loving Her Was Easier“ noch mehr. Er hätte ein richtiger Star werden müssen, er nahm Platten mit Rita Coolidge auf und spielte mit Barbra Streisand in „A Star Is Born“ und in Sam Peckinpahs „Convoy“. Dann kam Michael Ciminos Einwanderer-Epos „Heaven’s Gate“, die Apotheose des ruhigen, schweigsamen Typen, der die Schlacht überlebt und den Krieg auch, der Film war wunderschön, aber er lebte nicht, und Kris­tofferson spielte keine Hauptrollen mehr, aber sehr viele Nebenrollen.

Diese Box endet ungefähr zu der Zeit: mit dem Album „To The ­Bone“, 1981. Kristoffersons Zeit waren die 70er-Jahre, als der sogenannte Rebell die einzig gültige männliche Ausprägung war. In „Taxi Driver“ (1976) schenkt Robert De Niro, der Kristofferson nicht kennt, Cybill Shepherd eine Platte von ihm, denn sie hatte ihn mit Kristoffersons gemeißelter Wendung „a walking contradiction, partly truth and partly fiction“ beschrieben. Nach einem Besuch im Pornokino gibt sie ihm das Album wütend zurück: Sie hat es sowieso schon.

Abgesehen von den Schallplatten-Monumenten der Americana enthält die Box drei Live-Alben (von 1970, 1972 und 1992), dazu eine CD mit „Extras“ (darunter Songs mit Dolly Parton, Brenda Lee und ­Willie Nelson) und eine CD mit Demos. Ein amerikanisches Kultur-Erbe.


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