Kylie Minogue

„Tension“

BMG Rights (VÖ: 22.9.)

Die Disco-Queen kehrt stilsicher zurück.

Regel Nr. 1 der Tanzmusik: Ohne Spannung keine Erlösung, ohne „tension“ kein „release“. Pop ist vieles, aber eben auch die Modulierung dieser Dynamik. Die Strophe macht ein Versprechen, der Refrain löst es ein. Ein Musterbeispiel für die Anwendung der Regel Nr. 1: Kylie Minogues neuer Song „Hold On To Now“. Synth-Arpeggios schwurbeln in den Tiefen, es gibt die Ahnung eines Basses, eine elektronische Snare wird immer schneller, die Synths lauter, die Hallräume epischer, alles zieht sich zusammen, spannt sich an, und dann – die Hook, exquisiter Eurodance, four to the floor, eine glorreiche, strahlende Einlösung des Versprechens.

Es gibt viel Tolles auf dieser Platte

Es gibt viel Tolles auf dieser Platte (das Weeknd-eske „Things We Do For Love“, der basslastig hüpfende House des Titeltracks), in der zweiten Hälfte verliert sie ein wenig. Dass die stimmungsvolle Heartland-Rock-Ballade „You Still Get Me High“ im Refrain etwa auf Double-Time beschleunigt, für eine tumbe „Whoa-oah“-Mitsing-Melodie, macht ratlos. Insgesamt zeigt sich Minogue aber stilsicher und fügt ihrem Feel-Good-Œuvre eine weitere lebhafte Disco-Platte hinzu.

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