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Bill Pohlad Love & Mercy


An Dramatik hat es nicht gefehlt in Brian Wilsons Leben, und der alte Topos von Genie und Wahnsinn lässt sich mit der Geschichte des Über-Beach-Boys auch noch mal bedienen. Fast ein Wunder, dass ein so genanntes Biopic da so lange auf sich warten ließ. Erste Pläne gab es allerdings auch schon in den Achtzigern, damals noch forciert von Wilsons zwielichtigem Psychodoktor Eugene Landy.

Regisseur Bill Pohlad und Drehbuchautor Oren Moverman („I’m Not There“) haben sich für „Love & Mercy“ nun auf zwei Phasen in Wilsons Leben beschränkt: die mittleren Sechziger, in denen er sein größtes Werk, Pet Soundsschuf und anschließend am Nachfolger, „Smile“, scheiterte, und die mittleren Achtziger, in denen er als Schatten seiner selbst unter Landys Aufsicht stand und sich in das als Autoverkäuferin arbeitende Exmodel Melinda Ledbetter verliebte.

Besonders liebevoll sind die teilweise an Orginalschauplätzen gedrehten Szenen geraten, die das pummelige junge Genie zeigen, wie es die Studiomusiker manisch durch seine komplexen und unorthodoxen Arrangements dirigiert. Paul Dano, einst der maulfaule Bruder von „Little Miss Sunshine“, bekam für diese Darstellung (und seine frappierende Ähnlichkeit mit dem Vorbild, für die er naturgemäß nichts kann) viel Lob von der Kritik. John Cusack dagegen, phänotypisch nicht unbedingt auf Wilson-Linie, wurde für seine Verkörperung des von Landy (überdreht overacting: Paul Giamatti) medikamentös ruhiggestellten Psychowracks oft kritisiert. Obwohl man viele der von ihm ziemlich versiert zur Schau gestellten Manierismen tatsächlich bis heute bei Wilson beobachten kann, ist seine Darstellung tatsächlich ein wenig „Rain Man“-esk und putzig ausgefallen. Elizabeth Banks zieht diese zweite, ein wenig wie ein SAT.1-Problemfilm mit Veronica Ferres anmutende Episode als toughe Melinda, die Landy als Erbschleicher und Scharlatan entlarvt, schließlich an sich.

Was „Love & Mercy“ und Brian Wilson in jedem Fall gemeinsam haben: Die Musik hat sie gerettet.


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