Lykke Li So Sad So Sexy

RCA/Sony

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Alle Wetter, nach Hits wie „I Follow Rivers“, „Get Some“ und „No Rest For The Wicked“ wieder mit einem neuen Album um die Ecke zu kommen, das muss man erst mal wagen! Aber Lykke Li ist Schwedin und mutig. Tollkühn gar: Auf „So Sad So Sexy“, deren Titeltrack die Grundstimmung der neuen Platte der 32-Jährigen vorzugeben versucht, bewegt sie sich vom Adele-haften Bombast des letzten und vom tanzbaren Euro-Dreampop ihres 2011 erschienenen Hitalbums „Wounded Rhymes“ weg, schnurstracks Richtung Lana Del Rey. Nur ehrlich gesagt ohne die durch Lanas raffiniert komponiertes White-Trash-­­Image ausgelöste Faszination.

Trotz der behaupteten „Sadness“ scheint der Schwedin einfach etwas zu viel Mittsommernachtssonne aus dem Herzen. Dabei will Lykke Li unbedingt verloren sein, somn­ambul von Liebeskummer („Last ­Piece“) und kaputten Peergroups („Sex Money Feelings Die“) erzählen, sie macht in „Deep End“ auf weißen R&B mit dementsprechendem Drumprogramming, schielt sogar in Richtung Auto-­Tune. Aber klappt das? Nicht wirklich.

https://www.youtube.com/watch?v=rnY-5PTxr1E

Sinnlos traurig

Mit entrückter Kinderstimme, die so oft gedoppelt wird, dass sie teppichartig klingt, und simplen Melodien nähert sie sich auf fragwürdige Art und Weise den 80er-Jahren, nicht nur im Sound, sondern vor allem im Songwriting – als ob Michael Cretu aus der mit Sandra und Enigma redlich verdienten Versenkung aufgetaucht wäre und heimlich diese Platte produziert hätte.

Oder jene Frankfurter, die Snap! und „Welcome To Tomorrow“ auf dem Gewissen hatten. Bei denen rappelte es wenigstens im Karton. Lykke Lis Produktionsteam aus Männern wie dem Frank-­Ocean- und Lorde-­Produzenten Malay, dem Songwriter Jonny Coffer und ihrem Ehemann, dem Allround-Pop­mogul Jeff Bhasker, lässt sie dagegen sinnlos traurig klingen, sogar die Beats scheinen zu weinen. „I’m a bad woman, but I’m still your woman“, singt sie im vorletzten Song. Ja, was hat sie denn verbrochen? Sie klingt doch so harmlos!

15 Songs, die wir Supergroups zu verdanken haben

Temple of the Dog Gründungsjahr: 1990 Mitglieder: Chris Cornell (Soundgarden), Jeff Ament (Pearl Jam), Stone Gossard (Pearl Jam), Mike McCready (Pearl Jam), Matt Cameron (Soundgarden), Eddie Vedder (Pearl Jam) „Hunger Strike“: https://www.youtube.com/watch?v=VUb450Alpps Bad Company Gründungsjahr: 1973 Mitglieder: Paul Rodgers (Free), Simon Kirke (Free), Mick Ralphs (Mott the Hoople), Boz Burrell (King Crimson) „Can't Get Enough“: https://www.youtube.com/watch?v=7p9mzYB--uI Asia Gründungsjahr: 1981 Mitglieder: John Wetton (King Crimson), Geoff Downes (The Buggley, Yes), Steve Howe (Yes), Carl Palmer (Atomic Rooster; Emerson, Lake and Palmer) „Heat of the Moment“: https://www.youtube.com/watch?v=cpxsMyoXUZQ The Highwaymen Gründungsjahr: 1985 Mitglieder: Johnny Cash, Willie Nelson, Waylon Jennings and Kris Kristofferson „Highwayman“: https://www.youtube.com/watch?v=aFkcAH-m9W0 Black Country Communion Gründungsjahr: 2009 Mitglieder: Joe Bonamassa, Glenn Hughes…
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