Miranda July Der erste fiese Typ


Cheryl Glickman ist Mitte 40 und arbeitet für eine Firma, die Selbstverteidigung für Frauen mit Fitnesstraining verbindet. Ihr Leben verläuft auf pedantische Weise geordnet, bis die junge Clee bei ihr einzieht. Die beiden verabscheuen einander zunächst schweigend, bis sich erst ein Fight-Club und schließlich eine verzweifelte Liebesbeziehung zwischen ihnen entwickelt.

Die Autorin und Filmemacherin Miranda July sucht in ihrem Romandebüt die Wärme im Neurotischen. Cheryls überbordend-kreative innere Stimme, die unablässig alles kommentiert, verwandelt die Welt in einen surrealen Parcours, ihre erotischen Fantasien scheinen plötzlich auch im Realen Konsequenzen zu haben. July entlarvt in dieser großen Liebesgeschichte das verschwommene Koordinatensystem einer überalterten Gesellschaft: Der Geburt eines Babys wird mit demselben pragmatischen Fatalismus begegnet, mit dem man eine Krankheit in Kauf nimmt, gleichgeschlechtliche Paare leben alte Rollenbilder und Erwachsene verlieren sich in Spielen, während Kleinkinder mit den Stimmen weiser alter Männer sprechen.


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