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My Bloody Valentine mbv


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Es britzelt und spritzelt und knispert und spritzt: Viele von diesen Klängen, die man seit damals so innig vermisste, viele von diesen unnachahmlich amelodischen Melodiefitzeln und lieblichen Disharmonien sind wieder zu hören auf der ersten My-Bloody-Valentine-Platte seit 22 Jahren, als wäre kein Tag seither vergangen.

Was Wunder, dies war ja schon immer eine Musik, die wie eingeschlossen in einen Kokon der Zeit­losigkeit wirkte, wie der hyperrealistische Schnappschuss einer tosenden Gischt, die den Hörer für einen nicht mehr endenden Wimpernschlag aus dem Werden und Vergehen der Dinge entfernt. Etwas ist aber doch anders auf „mbv“, und das ist keine Frage von Kleinigkeiten. Die neun Lieder bilden keine Musik des Schwallens und Schäumens mehr, des Rauschens und Rausches; das unterschiedet „mbv“ von den beiden Vorgängerplatten „Isn’t Anything“ und „Loveless“ aus den Jahren 1988 und 1991.

Der vorherrschende Klangeindruck ist nun jener des Ruckens und Zuckelns, des rhythmischen Stotterns und der trockenen Diskontinuität. Wo My Bloody Valentine zuvor im Lärm die Trance suchten und das gleichmäßig Meditative, sind ihre Gitarrensounds nun mit unendlich vielen, unendlich kleinen, oft schmerzhaften Momenten der Klarheit durchsetzt. Man höre das stakkatohaft zerfetzte Gebratze in „Only Tomorrow“ oder „In Another Way“; man höre „Who Sees You“, das so stimmungsvoll schlingert wie eine aus dem Gleichlauf geratene Schallplatte. Immer wird hier die Schwingung gegen das Abrupte gesetzt und das Weiche gegen das Spröde; und immer gewinnt letztlich das Abrupte und Spröde, und darin kann man ja vielleicht doch ein Zeichen des Alters erkennen, des Wissens um die Vergänglichkeit und das unerbittliche Verstreichen der Zeit.

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