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Queen-Gitarrist Brian May, Eddie Van Halen und der Blues


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Brian May und Eddie Van Halen trafen das erste Mal in den späten 1970er Jahren aufeinander. Damals stand May mit Queen an der Spitze und Van Halen, machte sich mit den revolutionären Gitarren-Riffs seines Debütalbums einen Namen.

Als enge Freunde übten sie einen starken Einfluss auf die Musik des jeweils anderen aus und kannten einander in und auswendig. Brian May hält das Vermächtnis von Eddie Van Halen in Ehren und rätselt im Interview über den Lieblingssong des kürzlich Verstorbenen.

„Ed erklärte mir einmal, dass ich einen großen Einfluss auf ihn und seine Musik hatte“, so der 73-Jährige gegenüber „Total Guitar“. Erst kürzlich sei ihm eine Aufnahme von Van Halen in die Hände gefallen. 1975 coverte sein guter Freund den Queen-Song „Now I’m Here“. 2020 geht May nun auf die Behauptung ein, Van Halen würde mit seiner Gitarre oft wie  Eric Clapton klingen.

„Wenn der Song in das Gitarrensolo übergeht, dann hört man Edward Van Halen, daran gibt es keinen verdammten Zweifel. An dieser Stelle zeichnet sich ab, in welche Richtung sich Edward als Gitarrist entwickelte und damals klang er schon großartig.“

Als er das Cover dieser Tage das erste Mal hörte, fiel ihm auf, dass sie beide den Song unterschiedlich interpretierten. Schon im Jahr 1983, als sie für ein Mini-Album zusammenarbeiteten, spielte Van Halen „Blues Breaker“ auf eine andere Art und Weise als May.

Rückkehr zum Blues

Wie er sich im Interview eingesteht, würden beide auf dieser Aufnahme nach Eric Clapton klingen. Jener ist May ein großes Vorbild gewesen. Dennoch habe Clapton selbst Vorbilder gehabt – diese Linie könne man bis zu den Anfängen des Blues verfolgen.

May erinnert sich noch genau, was Van Halen über ihr Projekt damals zu ihm sagte: „Ich bin froh, dass wir gemeinsam spielen, denn du bringst mich zurück zu meinen Wurzeln. Ich liebe es, Blues zu spielen. Gleichzeitig liebe ich es, nicht ständig Eddie-Van-Halen-Zeug zu machen.“

Was Van Halen an „Blues Breaker“ so liebte? Die Seiten einer Gitarre nicht nur anzuzapfen, sondern daraus ein Feuerwerk zu machen. Für ihn fühlte es sich großartig, dank Brian May wieder mit Seele zu spielen.


Legendäre Konzerte: Eric Clapton bei „MTV Unplugged“ in London 1992

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