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Nevermen Nevermen

Lex

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von

Es wird gesummt, gebrummt, geraunt. Ein Dreimannchoral rutscht eine Tonleiter rauf und runter. Zwischen Harfe und Glockenspiel erblüht ein paar Augenblicke lang ein orchestrales Idyll, durch das dann aber ein Afrobeat tobt. Plötzlich scheint man sich in Philip Glass’ „Koyaanisqatsi“ verirrt zu haben, und als auch noch wirre Breatbeaks und ein Heavyriff auftauchen, gibt man endgültig alle Versuche auf, den Überblick zu bewahren.

Der verschwenderische Umgang mit Ideen, den Tunde Adebimpe (TV On The Radio), Mike Patton (Faith No More) und Adam „Doseone“ Drucker in „Hate On“ vorführen, ist kein Einzelfall. Ständig zerren, schubsen und drängen einen Songs wie „Dark Ear“ und „Wrong Animal Right Trap“ gleichzeitig in verschiedene Richtungen. Auf dem Debüt der Band, die keine Supergroup sein will, aber selbstverständlich eine ist, kommt man nie zur Ruhe, darf man sich nie entspannt zurücklehnen. Der ADHS-Pop von TV On The Radio trifft auf das Pathos von Faith No More und die polyrhythmische Rap-Poesie von Doseone. Es ist eine dieser Platten, die einen permanent überfordern mit ihren vielschichtigen Grooves und Melodien, den spektakulären Text- und Klangcollagen. Man glaubt Punk und Bubblegum-Pop, Old-School-Rap und TripHop, Prog-Rock und Gospel herauszuhören. Doch immer wenn man kurz davor ist, die Songs fassen zu können, probiert dieses irre Trio schon was Neues aus.

Adebimpe, Patton und Dose­one, die sieben Jahre lang an dieser Platte herumgedoktert haben, stellen vor allem die Unterschiedlichkeit ihrer musikalischen Sozialisation in diesen verschrobenen postmodernen Weitwinkel-Popkunstwerken aus, finden manchmal aber auch Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel wenn sie in „Tough Towns“ davon erzählen, dass sie alle
aus Kleinstädten stammen. „It’s where everything you never want keeps coming from“, singen sie abwechselnd. Und bevor man „Aha!“ sagen kann, sind sie schon wieder woandershin verschwunden und lassen einen staunend zurück.

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