Nick Lowe – Quiet Please…

"The New Best Of" auf zwei CDs und DVD zum 60. Geburtstag

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Die alten Platten des sympathischen Grandseigneurs – wir reden von den späten 70er, frühen 80er Jahren – werden heute teuer verkauft, obwohl die Nachfrage nicht gewaltig sein kann. Aber bei entsprechender Verknappung können auch durchaus handelsübliche Platten im Glanz begehrenswerter Objekte erstrahlen. Immerhin gibt es Nick Lowes Hauptwerk „Jesus Of Cool „als Neuauflage bei Proper – und nun auch „Quiet Please… The ‚New Best“ zum (schon lange vorgefühlten!) 60. Geburtstag des Weißschopfes.

Das neue ist im Wesentlichen auch das alte Beste – „Peace, Love And Understanding“, noch von Brinsley Schwarz aufgenommen, „I Love The Sound Of Breaking Glass“, „Heart Of The City“. „Cruel To Be Kind“, „1 Knew The Bride“, you name it. Auf der zweiten CD kommen Lowes spätere Tage zum Zuge: seine unglückliche Kooperation mit Ry Cooder, John Hiatt und Jim Keltner als Little Village, ein Duett mit Paul Carrack und so wunderbare Songs wie „Soulful Wind“, „The Beast In Me“. „Homewrecker“ und „I Trained Her To Love Me“, die den ehemals scharfzüngigen Spötter als milden Ironiker zeigen. Seine drei, vier jüngsten Alben sind an Bonhomie, Gemütlichkeit und Fifties-Wohlklang kaum zu überbieten.

Der Weggefährte Elvis Costello klingt im Vergleich wie ein cholerischer alter Stänkerer, wenn man Onkel Löwe bei einem Konzert in Brüssel (auf der DVD) erlebt, wie er Klassiker und einige Songs von „At My Age“ aufführt, übrigens mit dem Keyboarder Geraint Watkins, der selbst ähnlich rührende Platten aufnimmt. Löwe gibt nicht aus Nostalgie und Angst vor dem Weitermachen den Crooner- er setzt diesen Tanzflur-Schwoof als musikalischen Stil ein, auch als Haltung. Und weil diese Musik so gut zu seinem Haar passt.

Die besten Konzeptalben aller Zeiten: The Who - „Quadrophenia“

Der alles überwältigende Song kommt am Schluss. Regen prasselt, als die ersten Klavierakkorde zu „Love, Reign O’er Me“ einsetzen, dieser Sehnsuchtshymne adoleszenter Jugendlicher, zu der im Jahre später gedrehten Kinofilm (mit Sting!) der Held, ein Mod namens Jimmy, von der Klippe ins Open End springt und sein Scooter zerschellt, während er auf dem Doppelalbum mit einem Bötchen aufs Meer hinausrudert, was natürlich ein bisschen weniger offensichtlich ist. Für „Quadrophenia“ sprechen vor allem drei Argumente: Die Mod-Kultur, die schönste Jugendkultur aller Zeiten; ihre Musik (Northern Soul) war so hitzig wie ihre Tänze elegant und ihr Styling (Parkas, Ponys, enge Anzüge, Mädchen…
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