Nick Lowe – The Brentford Trilogy

Drei Spätwerke des englischen Songschreibers im Schuber

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Nachdem der letzte große Versuch der Starwerdung mit „Party Of One“ (1990) und dem unglücklichen Intermezzo mit Little Village (1991) gescheitert war (und er keinen Vertrag mit dem Label Reprise mehr hatte), musste Nick Löwe sich neu justieren. Der Trommler Bobby Irwin kehrte gerade aus San Antonio, Texas zurück und brachte Löwe (der ja selbst Produzent ist) auf die Idee, nach alter Weise sämtliche Songs im Studio direkt auf Band zu bannen. Löwe hatte schon mit „Party OfOne „eine erwachsene, nicht opportunistische Platte aufnehmen wollen – was nach eigenem Bekunden nicht geglückt war.

Ein zweiter Umstand ermöglichte Lowes grandiose dritte Schaffensperiode: Der Mann, der keinen Liebeskummer kannte, wurde mit 44 Jahren von einem schweren Anfall von akutem Herzschmerz und bleierner Melancholie getroffen. Nun sind die Songs auf,, The Impossible Bird“ (1994) nicht autobiografisch – Löwe fand bei Otis Reddings „I’ve Been Loving You Too Long“ ein exemplarisches Erzählen, das eigene Erfahrung einschließt, aber nicht ausstellt. In einem alten Kino in Brentford, Middlesex produzierte der leidende Künstler dann diese lebensklugen, zärtlichen, todtraurigen Lieder, die ihm die besten Rezensionen seiner Karriere einbrachten – und sonst nicht viel.

Den Crooner gab er auch 1998 auf „Dig My Mood“, das noch deutlicher an Großvaters Balladen orientiert ist, an seelenvollen Schnulzen und lässigem Schwof der 50er und 60er Jahre. Nick Löwe war erwachsen geworden, indem er die Musik der Generation vor ihm adaptierte. Grauhaarig und mit Dackelblick, gab er jetzt den gebrochenen Salonlöwen: „Man That I’ve Become“.

2001 freute man sich schon auf „The Convincer“ – Löwe trug noch dicker auf, in dem programmatischen „Homewrecker“ und in „Lately I’ve Let Things Slide“. Zwar war die gelinde Verzweiflung auch zur Pose geworden, aber die Ironie des Schwerenöters trug darüber hinweg. Nicht zuletzt war ein Protagonist der New Wave dem Jugendwahn entkommen, nahm Platten auf, die ihm selbst gefielen, und gewann ein (schütteres) neues Publikum.

Das für Löwe so wichtige Örtchen Brentford – schläfrig, rückständig und gemütlich offenbar – gab nun dieser Trilogie den Namen. Dig it!

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