Nick Lowe The Old Magic

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Frührentner-Schwof mit Aphorismen zur Lebensweisheit

Die Musiker stehen so gegerbt und grau, in bequemen Schuhen und umgekrempelten Hosen da, als hätten sie eben ihre letzte Nachtschicht in der Fabrik beendet. Leider hat sich Nick Lowe nicht zu Geraint Watkins, Steve Donnelly und Robert Treherne gesellt, und auch die Helfer Paul Carrack, Ron Sexsmith, Annie Whitehead und Kate St. John fehlen auf dem Foto.

Auf dieser Platte ist, wie man heute sagt, Expertise versammelt: Lowe mischt mit seiner Sechzig-plus-Band die wehmütigen Balladen, das Schubidu und den Schwof der 50er-Jahre mit seinem patentierten Pub-Rock und Tanztee-Rock’n’Roll. „The Old Magic“ grüßt schon auf dem Cover sarkastisch mit einem frivolen Mädchen aus Großvaters Spind – die Songs sind Meisterstücke der melancholischen Abendunterhaltung, der gepflegten Dämmerungsmusik, des manierierten Schmachtfetzens. Die Frau ist weg, das Haus zu verkaufen, es ist Zeit zum Auszug. „I read a lot, not just magazines/ But other serious things to get me through the day/ Nighttime, too“, die Trompete schwelgt, Streicher fiedeln dezent, „blue is not the word for me now/ You find me in a world of fantasy, population one.“

Und doch singt Nick Lowe auf dem schönsten seiner vielen Spätwerke auch so aufgekratzt Optimistisches wie „Restless Feeling“ mit einem Jimmy-Webb-Chor und ironisch perlendem Piano, schunkelt Elvis Costellos „Poisoned Rose“ und wurlitzert das muntere „Somebody Cares For Me“ heim. Der alte Schwerenöter! (Proper) Arne Willander

Beste Songs: „I Read A Lot“, „Somebody Cares For Me“

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