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Pink Floyd The Later Years 1987–2019


Von der Trennung hatten beide nichts. Roger Waters blieben die großen Themen: das Vergehen der Zeit, die Entfremdung, das Unbehaustsein, die Verlassenheit des Menschen. David Gilmour blieben der Bombast, seine Gitarre und Richard Wright und Nick Mason. Der eine setzte manisch den Inhalt, das Unbehagen, fort, der andere die Form, das Geblähte, das Feierliche, die sphärischen Gitarrensoli. Pink Floyd nach Waters waren ein Raumschiff ohne Kapitän. Sie hatten kein Thema mehr.

Man sieht in einem Video die Inszenierung des Cover-Fotos von „A Momen­tary Lapse Of Reason“ am Strand von Devon: Hunderte Bettgestelle werden herangeschleppt. Wanderer starren. Eine Koketterie: Wir können etwas Pittoreskes auf den Sand setzen! Die Kopfskulpturen von „The Divison Bell“ wurden erst gezeichnet, dann geschnitzt, dann auf ein Feld gestellt, dann foto­grafiert.

Das Konzert in Venedig, Juli 1989, beginnt mit „Shine On You Crazy Diamond“ und könnte schon wieder zu Ende sein. Dann presst Gilmour die neuen Stücke ins Mikrofon, der Chor säuselt, Mason und ein zweiter Schlagzeuger trommeln, Gilmour spielt seine Gilmour-Gitarre. Dann klingeln die Wecker, ticken die Uhren, bringen sie „Time“, „The Great Gig In The Sky“, „Wish You Were Here“, „Another Brick In The Wall“, „Money“, „Comfortably Numb“, es ist wieder dieser Schauder des ­Erhabenen.

Im Jahr 2007 spielten Gilmour, Wright und Mason zum letzten Mal gemeinsam, beim Gedächtniskonzert für Syd Barrett in London: „Arnold Layne“. Man wünscht sich, er wäre dort gewesen. Die drei späten Alben, zwei Konzertmitschnitte, Videos, Dokumentationen, der „Launch Event“ zu „The Endless River“, ein Interview auf Gilmours Hausboot sind in der Großbox enthalten; die Exzerpte auf CD und Doppelvinyl sind ein krauses Sammelsurium aus Demos und Remixes von Songs (auch der früheren Besetzung) und erratischen Live-Aufnahmen. (­WMG)

Pink Floyd: The Later Years:


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