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Ray LaMontagne Ouroboros

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Der Mann bleibt eine Wundertüte. Drin ist stets diese unvergesslich waidwunde Stimme. Doch sonst ist Ray LaMontagne kaum auf der Stelle getreten. Der erschöpfend langen Kooperation mit Ethan Johns folgte das Roots-Band-Album „God Willin’ & The Creek Don’t Rise“, bevor ihn Dan Auerbach mit frechen Retro-details wirklich fast wie eine „Supernova“ strahlen ließ. Technicolor statt Black & White.

Nun hat sich LaMontagne nach Kentucky begeben, wo Jim James ernsthaft daran zu arbeiten scheint, sich als Produzent zu etablieren, und hier gleich noch seine Band dazubat. Kann man nicht schon den Album-titel leicht mit „Okonokos“ verwechseln, dem Live-Werk von My Morning Jacket? Uh-oh! Wo Auerbach seine Songs stilistisch geöffnet und zugleich im Sound verdichtet hat, lässt James ihn mal eben (ent-)schweben. „Homecoming“, 8:28 Minuten zum Einstieg, ist ein zartes, feierliches Sehnen und Tasten. Ein Mann zehenspitzt im Morgenglühen ins Haus und schaut, ob die Frau noch im Bett liegt. Oder so.

Die Lebenshilfe „Hey, No Pressure“ schwingt sich über angefuzztem Cream-Riff zu einem atemlos-ekstatischen Finale auf. Spätestens in dem putzigen Led-Zep-Pastiche „The Changing Man“ (inklusive Bonham-Gedächtnisshuffle) wirkt LaMontagne nur noch wie ein Gastsänger, der mit dem Ganzen nicht so viel zu tun hat. Dann lieber der superträge Räucherstäbchen-Beat von „In My Own Way“, den er mit süßem Nichts behaucht. Sind das noch Songs? Oder schon Séancen? LaMontagne beschnurrt die Schlangen im Gras, lauscht dem Murmeln der Stare (ein Fake-Floyd-Instrumental) und gesteht entwaffnend offen: „Anyway/ There’s really not that much to say/ It’s just another day …“ Am Ende ist immerhin noch eine brennende Liebeserklärung drin.

Wenn Ray LaMontagne mit „Ouroboros“ am eigenen Entschwinden in der Musik einer Band arbeiten wollte, kommt das Ergebnis dem Ziel entgegen. Zumal seine Stimme durchgeistigter denn je wirkt. Wir würden aber doch lieber wieder mehr von ihm selbst hören.

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