Rod Stewart Atlantic Crossing


Nie wieder sollte er sich zu den Höhen seiner frühen Jahre aufschwingen, seit er sich Tom Dowd anvertraute und sein Sangestalent immer öfter an Vorlagen zu verschwenden begann, die er in seinen Anfängen achselzuckend abgelehnt hätte. Die Sessions fanden in fünf verschiedenen Studios statt; verworfen wurde noch mehr von dem, was man dort aufnahm, unter anderen die mit den MG’s aufgenommenen Cover-Versionen von Elvis-, Lee Dorsey- und Bee Gees-Vorlagen, hier als Zugaben präsentiert.

Was im Fall von „To Love Somebody“ schwer nachvollziehbar ist, die gelang Stewart nämlich keineswegs schlechter als der Isley Brothers-Klassiker „This Old Heart of Mine“. Die Aufnahme von „Return To Sender“ hätte man aber vielleicht doch besser im Archiv belassen. Das ungleich weniger verkitschte Arrangement von „Sailing“ und das auch mit dem MG’s aufgenommene „This Old Heart Of Mine“ sind wiederum den für die LP abgesegneten Versionen überlegen! Manchmal raffte sich Rod Stewart tatsächlich noch zu alter Klasse auf. Mit „Sailing“ und „I Don’t Want To Talk About It“ hatte er sich zwei unwiderstehliche Ohrwürmer für viele Jahre gesichert.

Bei „A Night On The Town“, auch als Collector’s Edition mit reichlich Outtakes zu haben (***1/2), wurde wieder viel Prominenz aufgeboten. Aber nicht mal die Deutung von „The Wild Side Of Life“, Hank Thompsons Klassiker über Gott und Honky-Tonk-Engel, gelang ihm noch annähernd wie vormals das Trinker-Lamento „What Made Milwaukee Famous“ im selben Country-Genre. Hier wie auch bei anderen Aufnahmen klang der legendäre AI Jackson so, als säße er vor einer Zigarrenkiste und nicht vor seinem Drum-Set.

„Rosie“, einer der bei weitem besten Songs, schaffte es damals nicht mal auf das Album, sondern nur (hier Zugabe) auf die B-Seite der „Killing Of Georgie“-Single. Was „First Cut Is The Deepest“ immer von den anderen Aufnahmen unterschied, war das lockere Live-im-Studio-Flair des Muscle Shoals Studios, während sich die anderen durch merkwürdig klaustrophobisches Ambiente auszeichneten. (Warner)


ÄHNLICHE KRITIKEN

The Rolling Stones :: "Sticky Fingers"

Miles Davis :: Sketches Of Spain

The Clash :: London Calling (Anniversary Edition)


ÄHNLICHE ARTIKEL

Madness: The Rise & Fall / Keep Moving

Zwei melancholische Meisterwerke aus den Jahren 1982 und 1984

The BeatlesRemaster Edition

4 Sterne

R.E.M."Reckoning " (Deluxe Edition)

4,5 Sterne


Stanley Kubrick: Gedanken über den größten Visionär des Kinos + Top 10 seiner Filme

In der sehr persönlichen Dokumentation „Stanley Kubrick: A Life In Pictures“ sagt „Shining“-Star Jack Nicholson über seinen Regisseur: „Praktisch jeder wusste, dass er einfach der Beste ist – und ich finde, das ist noch eine Untertreibung.“ Stanley Kubrick hat sich mit nur 13 Spielfilmen in 46 Jahren einen unvergleichlichen Ruf erarbeitet. Kein Nekrolog nach seinem Tod am 07. März 1999 (etwa eine Woche nach der ersten Vorführung der letzten Schnittfassung von „Eyes Wide Shut“) blieb ohne Erwähnung seines Perfektionismus, der ihn manchmal dazu trieb, Szenen unzählige Male zu wiederholen und Mitarbeiter in den Wahnsinn zu treiben. Kubrick mischte sich überall…
Weiterlesen
Zur Startseite