Salman Rushdie: Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Salman Rushdie Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte



von

In jeder Zeile spürt man den Heidenspaß, den der Atheist Rushdie beim Schreiben seines überdrehten, anti-religiösen Märchenpamphlets gehabt haben muss. Mit der existenzialistischen Härte des Maverick-Kinos und der Gruselkomik von „Ghostbusters“ (dieser Verweis stammt vom Autor selbst) brennt er ein verbales, mit Philosophie angereichertes Feuer-werk ab, als wollte er die Dämonen der Gegenwart („IS“) und die seines Lebens gleich mit in Rauch aufgehen lassen.

Die Welt der Vernunft hat sich in einem zukünftigen New York einen erbitterten Kampf gegen Terror und Fanatismus verschrieben:
gute gegen böse Dschinn, der tolerante Gelehrte Ibn Ruschd (Averroës) aus dem 12. Jahrhundert gegen einen Islam-gelehrten. Als Quasi-Happy-End gibt es eine traumlose Welt und bis dahin in Sachen Erzählökonomie nicht minder viel entbehrliche „Götterspeise“ wie in „Ghostbusters“.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Easy Life :: „Maybe In Another Life“

Wachstumsschmerzen und Krokodilstränen

The Interrupters :: „In The Wild“

Ist das die Rückkehr der Ska-Punk-Partybands?

Yo La Tengo :: „I Can Hear The Heart Beating As One“ – Der wilde Schlag des Herzens

Ein Meilenstein der Independent-Musik, erweitert um Peel Sessions und Remixes


ÄHNLICHE ARTIKEL

Indiana Jones: Warum „Das Königreich des Kristallschädels“ nicht der schlechteste Indy ist

Aliens und Affen an Lianen: Umgehend nachdem „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ins Kino kam, wurde er zum unbeliebtesten Film der Abenteuer-Reihe. Zu Unrecht.

Kritik: Gorillaz live in Berlin – Hier tanzen auch zynische Hipster

Die virtuelle Band rund um Frontmann Damon Albarn befindet sich auf Welttournee. Am 24. Juni spielten sie in der Parkbühne Wulheide in Berlin.

Wie schreibt man eigentlich einen Song, Jeff Tweedy?

Wilco-Songwriter Jeff Tweedy erklärt in seinem neuen Buch „Wie schreibe ich einen Song“, dass das Geheimnis seiner Kunst gar kein Geheimnis ist. Im Gespräch mit seinem Übersetzer, dem Songwriter Philip Bradatsch, philosophiert er über den kreativen Prozess, den Mythos der göttlichen Eingebung und den Weg zur Inspiration