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Salman Rushdie Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte



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In jeder Zeile spürt man den Heidenspaß, den der Atheist Rushdie beim Schreiben seines überdrehten, anti-religiösen Märchenpamphlets gehabt haben muss. Mit der existenzialistischen Härte des Maverick-Kinos und der Gruselkomik von „Ghostbusters“ (dieser Verweis stammt vom Autor selbst) brennt er ein verbales, mit Philosophie angereichertes Feuer-werk ab, als wollte er die Dämonen der Gegenwart („IS“) und die seines Lebens gleich mit in Rauch aufgehen lassen.

Die Welt der Vernunft hat sich in einem zukünftigen New York einen erbitterten Kampf gegen Terror und Fanatismus verschrieben:
gute gegen böse Dschinn, der tolerante Gelehrte Ibn Ruschd (Averroës) aus dem 12. Jahrhundert gegen einen Islam-gelehrten. Als Quasi-Happy-End gibt es eine traumlose Welt und bis dahin in Sachen Erzählökonomie nicht minder viel entbehrliche „Götterspeise“ wie in „Ghostbusters“.


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