Sampha: Process (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Sampha Process



von

Auf unverwechselbare Art charismatisch ist die Stimme von Sampha, bislang vor allem als Sänger auf den ersten beiden Alben des Post-Dubstep-Produzenten SBTRKT bekannt. Sampha singt mit einem gleichsam heiser gepresst und gezwängt wirkenden Falsett; eine Rachenerkrankung trägt zu dieser Tonlage wesentlich bei. In seinen bisherigen Gastauftritten schillerte die Stimme meist melancholisch durch dicht gewirkte Klanggeflechte hindurch; auf Solanges „Don’t Touch My Hair“ klingt sie überirdisch schön. Auf seinem Albumdebüt, „Process“, rückt sie in den Vordergrund: Man höre den zitternden, doch trotzig standhaften Ton, mit dem Sampha sich in „Blood On Me“ blutrünstiger Verfolger erwehrt und dabei auch der vermeintlichen Beschränktheit der eigenen Mittel. Aus dieser erhebt er sich zu einem virtuosen Minimalismus. Seine verführerisch fahl strahlenden Melodien umkränzt er mit geloopten Gehauch-und-Gehechel-Fragmenten, mit sparsamen Pianofiguren und unaufdringlich komplex klackernden Beats. (Young Turks/Beggars)


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