St. Vincent: Strange Mercy (Kritik & Stream) - Rolling Stone






St. Vincent Strange Mercy


Beggars


von

Es ist schwindelerregend: Annie Clarke alias St. Vincent spielte mit Grizzly Bear, nahm mit Bon Iver einen Soundtrack auf, war Mitglied der Polyphonic Spree sowie der Tourband von Sufjan Stevens und arbeitet derzeit mit David Byrne an dessen neuester Musik. Alles auf Go! Annie Clarke ist der letzte Schrei.

Das freilich auch in eigener Sache. Spätestens mit dem vorigen Album, „Actor“ (2009), wurde St. Vincent zum Liebling solcher Indie-Hörer, die sich auf ihren Geschmack etwas einbilden. Eine gute Wahl – die US-Amerikanerin ist freigeistig und kreativ, geheimnisvoll und hochbegabt. Ihr neues Werk hat derbere Trommeln und weniger hoch aufgeschichtete Instrumente. Das Lied solle im Vordergrund stehen, sagt die Künstlerin und langt kräftig in die E-Gitarre. Aber natürlich ist „Strange Mercy“ kein reduziertes Album, sondern ein abenteuerliches Ding aus Laptop-Ästhetik sowie gleichermaßen wunderschönen wie verrätselten Melodien. Strange music, strange mercy – Annie Clarke kann zart erratische Lieder wie von Shakespear’s Sister singen, aber auch Avantgarde-Synthie-Pop inszenieren, als würden Kate Bush und Radiohead gemeinsame Sache machen. Die eigenartigen Klänge stehlen den sehr guten Kompositionen gelegentlich die Schau, doch das ist nur eine Luxussorge.

Beste Songs: „Chloe In The Afternoon“,  „Northern Lights“


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Ein Meilenstein der Independent-Musik, erweitert um Peel Sessions und Remixes


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