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St. Vincent Strange Mercy


Beggars

đŸ”„23 grandiose Album-Opener der Musikgeschichte

Es ist schwindelerregend: Annie Clarke alias St. Vincent spielte mit Grizzly Bear, nahm mit Bon Iver einen Soundtrack auf, war Mitglied der Polyphonic Spree sowie der Tourband von Sufjan Stevens und arbeitet derzeit mit David Byrne an dessen neuester Musik. Alles auf Go! Annie Clarke ist der letzte Schrei.

Das freilich auch in eigener Sache. SpĂ€testens mit dem vorigen Album, „Actor“ (2009), wurde St. Vincent zum Liebling solcher Indie-Hörer, die sich auf ihren Geschmack etwas einbilden. Eine gute Wahl – die US-Amerikanerin ist freigeistig und kreativ, geheimnisvoll und hochbegabt. Ihr neues Werk hat derbere Trommeln und weniger hoch aufgeschichtete Instrumente. Das Lied solle im Vordergrund stehen, sagt die KĂŒnstlerin und langt krĂ€ftig in die E-Gitarre. Aber natĂŒrlich ist „Strange Mercy“ kein reduziertes Album, sondern ein abenteuerliches Ding aus Laptop-Ästhetik sowie gleichermaßen wunderschönen wie verrĂ€tselten Melodien. Strange music, strange mercy – Annie Clarke kann zart erratische Lieder wie von Shakespear’s Sister singen, aber auch Avantgarde-Synthie-Pop inszenieren, als wĂŒrden Kate Bush und Radiohead gemeinsame Sache machen. Die eigenartigen KlĂ€nge stehlen den sehr guten Kompositionen gelegentlich die Schau, doch das ist nur eine Luxussorge.

Beste Songs: „Chloe In The Afternoon“,  „Northern Lights“


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