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Sting Duets



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Die Künstler, die Sting hier an sich zieht, ergeben sich nicht seinem Sting-Sound. Nein, er versucht vielmehr so zu klingen wie sie oder sich ihnen zumindest anzunähern. Das ist zwischen Duettpartnern nicht selbstverständlich, gerade hier nicht, weil Sting ja in fast allen Fällen der Prominentere ist. „Duets“ versammelt seine wichtigsten Paarungen, mit „September“ auch einen bislang unveröffentlichten Song, entstanden mit Zucchero.

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Die besten Stücke sind dennoch jene, in denen Sting zumindest auf Augenhöhe antritt. Charles Aznavour entlockt ihm eine sehr akzentuierte, weil zurückhaltende Gesangsleistung („L’amour c’est comme un jour“), und das Duett mit Julio Iglesias in der Jahrhundertballade „Fragile“ ist, Entschuldigung, wirklich zum Dahinschmelzen schön. Sting erkannte, dass er sein Arrangement von 1987 besser gar nicht erst umstellt.

Als „Duets“ sind hier auch Kooperationen etikettiert, in denen der Gast nicht als Vokalist, sondern als Musiker vertreten ist. Wie Gitarrist Eric Clapton in „It’s Probably Me“, dessen Nihilismus in furiosem Gegensatz zum Mel-Gibson-Action-Vehikel „Lethal Weapon 3“ steht, wo es das Titellied darstellt. Gleiches gilt für den Pianisten Herbie Hancock, der ein weiteres Mal, nach 1964 und für Miles Davis, bei „My Funny Valentine“ in die Tasten greift. Sting ist ein ausgereifter Jazzsänger. Es wirkt so, als traue er sich noch ein wenig mehr zu, wenn er die Verantwortung teilt. Leider fehlen hier die Kooperationen mit Gil Evans („Little Wing“, „Up From The Skies“).

Dagegen fallen die Neosoul-Stücke, für die er mit jüngeren Künstlern zusammenarbeitete, eindeutig ab. Das mit Craig David eingespielte „Rise & Fall“ basiert auf einem Sample seines Songs „Shape Of My Heart“ und klingt wie eine dünne Coverversion, und die mit dem Trompeter Chris Botti aufgenommene Fassung des Standards „In The Wee Small Hours Of The Morning“ wirkt in ihrer halb elektronischen Neuzeitlichkeit wenig inspiriert. (Universal)


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