The Big Pink: Future This (Kritik & Stream) - Rolling Stone






The Big Pink Future This


4AD/Beggars VÖ: 13.01.2012


von

Nach dem Debütalbum „A Brief History of Love“, das mit „Dominos“ und „Velvet“ zwei veritable Indie-Hits enthielt, haben sich Milo Cordell und Robbie Furze erst einmal in Ruhe gefragt, wie es nach so viel Kritikerlob weitergehen soll. Rückblickend schien ihnen der Erstling eine zu düstere Ausstrahlung zu haben – fortan sollte allein der Spaß regieren bei den krachfreudigen Elektro-Rockern. Für die Herangehensweise an „Future This“ ließ sich das britische Duo sodann von HipHop und elektronischer Musik inspirieren. Bevor Gitarren und Gesang eingespielt wurden, wurde für jeden Track ein Grundgerüst aus Beats und Samples aufgebaut; auf Drums hingegen wurde bei den Aufnahmen komplett verzichtet. Während der Bloc-Party- und Maximo-Park-Produzent Paul Epworth an den Reglern saß, war Alan Moulder, bekannt für seine Arbeit mit Shoegazern wie My Bloody Valentine und Ride, für den Mix zuständig.

Am grundlegenden, tanzbare Pop-Hymnen mit abstraktem Noise verbindenden Sound von The Big Pink hat sich auf der neuen Platte indes wenig geändert. Es geht um große Gesten, weltumarmende Melodien und kunstvoll dazwischengeschaltete Störgeräusche. Zu Anfang, bei überschwänglichen Songs wie „Stay Gold“ oder dem auf einem Sample aus Laurie Andersons „O Superman“ basierenden „Hit The Ground (Superman)“, geht die Rechnung ohne Weiteres auf. Und auch „13“ wird mit seinem dröhnenden Gitarren-Getöse den hohen Erwartungen, die das Vorgängerwerk geweckt hatte, gerecht. Danach allerdings, im zweiten Teil des Albums, flacht die Stimmung etwas ab. Das Titelstück etwa schleppt sich derart träge dahin, dass die beabsichtigte Dauereuphorie dem Überdruss weicht. Auf jeden Rausch folgen eben unweigerlich Kater und Ernüchterung.


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