The Colourfield

„Sound Of The Colourfield“

Chrysalis (VÖ: 27.2.)

Das Vermächtnis von Terry Halls träumerischem Trio.

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Nach der Neuauflage des tollen 1985er Debütalbums „Virgins And Philistines“ nun das Gesamtwerk. Die kleine Werkschau einer Band, die im Schatten ihres Masterminds Terry Hall stand. Nach dessen Ausstieg bei The Specials und Fun Boy Three hatte er sich vom Ska-Korsett hin zum kongenialen Pop-Opus bewegt. Burt Bacharach, here we come!

Das Credo einer widersprüchlichen und hörenswerten Band der UK-Achtziger

The Colourfield waren für zwei, drei Jahre das Hauptprojekt des im Dezember 2022 verstorbenen Meisters, das auch einen bewussten Bruch mit der politischen Dringlichkeit der Two-Tone-Ära markierte, hin zu einem eleganten Gestus, der Soul-, Jazz- und Chanson-Elemente integrierte, aber für den Mainstream zu ausgefeilt-geschmackvoll war. „Thinking Of You“ als größte Charts-Nummer blieb weit unter den Erwartungen jener Zeit. Die britische „Encyclopedia Of Popular Music“ vermerkt einen mediokren Platz 12 für den Erstling.

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Das 96 Tracks umfassende 5-CD-plus-DVD-Set versammelt die Aufnahmen zwischen 1984 und 1987. Beide Studioalben, neu gemastert, alle Singles, B-Seiten und Remixe sowie unveröffentlichter Stoff. Diese Fundstücke verdeutlichen ihren suchenden, experimentellen Charakter. Manches bleibt dabei Skizze oder Sackgasse, doch genau darin liegt der dokumentarische Wert dieser Edition. Semi-Hits wie „Castles In The Air“ gewinnen an Tiefe, wobei einige Fassungen auch an Grenzen stoßen, geprägt vom Mangel an klarer Dramaturgie. Auf der DVD sind alle Promo-Videos und einige BBC-Auftritte, begleitet von einem hübschen 22-Seiten-Booklet mit neuen Interviews mit den verbliebenen Mitgliedern und Archivgesprächen mit Terry Hall, Hugh Jones und Ian Broudie. Das Credo einer widersprüchlichen und hörenswerten Band der UK-Achtziger.

Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 3/2026.