The Style Council

„Café Bleu“

Universal (VÖ: 15.5.)

Deluxe-Version des Debüts von Paul Wellers 80er-Band.

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Wahrscheinlich sind Mods die attraktivste popkulturelle Bewegung, die es je gab. Loafer, Vespas, Northern Soul. Paul Weller war ein Mod, seine Band The Jam eine Mod-Band im Sinne der frühen The Who. Die späten Jam-Aufnahmen weisen allerdings schon den Weg zum Style Council: Druckvolle R&B-Covers, Musik für dampfende Allnighter. Bloß fühlte sich Weller Anfang der 80er-Jahre durch das Power Trio zunehmend in seinen Möglichkeiten begrenzt.

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In Mick Talbot fand er einen Bruder im Geiste. Der ehemalige Dexys-Keyboarder fügte dem Soul die Cappuccino-Note hinzu: Klaviervignetten im Stil von Ramsey Lewis, Hammondorgel, Frankophilie. Auf ihrem Style-Council-Debüt durfte Talbot sich austoben, was in ein paar halb garen Instrumentals resultierte. Dazwischen große Weller-Songs: „The Whole Point Of No Return“, „You’re The Best Thing“ und vor allem „My Ever Changing Moods“, hier auch in der groovenden Band-Version, die dem Akustikstück weit überlegen ist.

Mit 91 Tracks auf 6 (!) CDs (inklusive zwei Dutzend Live- und BBCAufnahmen) ist vermutlich auch der härteste Fan überfordert; das Triple-Vinyl hingegen fokussiert auf „Café Bleu“, das Mini-Album „Introducing“ und ein paar 12inchund Demo-Versionen. Zudem stecken die drei Platten in einem schönen Trifold-Cover und FotoInnenhüllen. Die 1983/84 entstandenen Aufnahmen sind nicht alle gut gealtert, die Kaffeehaus-Jazzismen oder das von Tracey Thorn gesungene „Paris Match“ wirken in ihrem Manierismus heute putzig – im Gegensatz zu den ausformulierten, auf Wellers Songwriting-Fähigkeiten beruhenden Songs, die nichts an Kraft verloren haben. Ihren Höhepunkt sollten Style Council erst mit dem folgenden, zweiten Album, „Our Favourite Shop“ , erreichen. Hier, voilà, das Horsd’œuvre.