The Wave Pictures
„Gained/Lost“
Bella Union (VÖ: 27.2.)
Reife und witzige Songs des fabelhaften Rock’n’Roll-Trios.
Nicht nur das Cover gestattet den Vergleich mit „Exile On Main St“, auch die Songs von Sänger und Gitarrist David Tattersall lassen eine Seelenverwandtschaft mit dem Stones Meisterwerk erkennen: Sie sind reifer, ohne den Klangkörper des englischen Trios um die Spuren seiner Sturm und Drang Phase zu bereinigen. Freunde des uneitlen Gitarrensolos werden sich hier nicht satthören können.
„Alice“ schlenkert lässig zwischen Neil Young Referenz und Television Hommage. „Samuel“ klingt mit Fiddle und Surf Rock Gitarre, als hätte Dick Dale seinen liebsten Song von Dylans „Desire“ gecovert. Tattersalls Musik ist ein Flickenteppich aus Uralt Blues, Punk Perlen und Rockabilly Ästhetik. Sie atmet den Geist von William Burroughs und Thomas Pynchon, verbindet Collage und Innenschau, Surreales und Autobiografisches. Und niemand beherrscht den kontrollierten Rausch, die wohldosierte Entgrenzung so gut wie The Wave Pictures.
Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 3/2026.