Vampire Weekend Father Of The Bride


Columbia


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Vampire Weekend haben sich seit „Modern Vampires Of The City“ (2013, Grammy-Gütesiegel) zweimal so viel Zeit gelassen wie nach „Contra“ (2010) – logisch, dass sie ihr viertes Studiowerk nun als stattliches Doppelalbum präsentieren. Wem dieses Stündchen zu lang sei, so Ezra Koenig, der könne ja seine Playlist individuell anpassen und ein paar der 18 Songs einfach weglassen.

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Rein dramaturgisch kein Problem, denn die gigantische Mixtape-Wundertüte „Father Of The Bride“ funktioniert in jeder Reihenfolge. Ansonsten gestaltet sich das Selektieren schon schwieriger: Auch wenn das letzte Drittel etwas nachlässt – entbehrlich ist hier nichts. Das herausragende „Harmony Hall“ nimmt mit „I don’t wanna live like this/ But I don’t wanna die“ die prägnante finale Zeile des sechs Jahre alten „Finger Back“ wieder auf, ebenso den Abtrünnigen Rostam Batmanglij. Dieser hatte die Band 2016 verlassen; bei dieser ersten Single hat er nun ausnahmsweise noch einmal mitgewirkt.

Jellybeanbunte Euphorie

Doch auch als Trio haben sie immer noch Ideen für vier (mindestens). Es ist schier unmöglich, der jellybeanbunten Euphorie dieser Melodien zu widerstehen, die an allen Ecken und Enden aufblühen. Da sind Surfgitarren („This Life“), George-Harrison-Nostalgie („Big Blue“), pulsierende Percussion („Unbearably White“), eine Hip-Hop-Exkursion („How Long“) und Calypso-Rockabilly mit Vocoder-Schabernack („Bambina“).

Vampire Weekend aktualisieren den Geist von Paul Simons „Graceland“ („Flower Moon“), denken in psychedelischer Prog-Laune an Grateful Dead („Sunflower“), vermählen Flamenco mit Rodeo-Rasanz („Sympathy“), verwenden im nur 98 Sekunden langen, Retrocomputerspiel-ästhetischen „2021“ ein Kaufhausmusik-Sample des Japaners Haruomi Hosono, fühlen sich von Country inspiriert („Hold You“, „We Belong Together“) und bekommen mehrfach Damenbesuch (Jenny Lewis, Danielle Haim). Eine Braut ist nicht dabei, die Hochzeit findet aber trotzdem statt – dieses Album ist ein einziges Jawort.


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