Weezer Weezer (Black Album)


Sie haben sich diesen einen Stern hart erarbeitet: „Pacific Daydream“ (2017) war schon schlecht, das kürzlich veröffentlichte „Weezer (Teal Album)“ mit Coverversionen noch schlechter. Aber erst mit „Weezer (Black Album)“ kommen die Kalifornier ganz unten an auf ihrer kreativen Farbpalette. Blau, Grün, Rot, Weiß und Blaugrün hatten wir ja schon. Schwarz fehlte noch in Rivers Cuomos kleinem Malkasten der Popmusik. Damit streicht er nun den Sarg für seine Band, die mit dieser Platte ein heißer Anwärter auf den Titel „Doofste Band Amerikas“ ist. („Infantilste Band Amerikas“ würde Cuomo sicher als Lob verbuchen.)

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Sie halten das für eine total übertriebene Kritik? Nehmen wir zum Beispiel den ersten Song, „Can’t Knock The Hustle“, einen Fake-Funk mit Bläsersätzen voll augenzwinkernder Latin-­Klischees. Erzählt wird ­eine Geschichte aus Sicht eines Einwanderers: „Higher education is the key to escape/ But I never ­learned to roll a joint.“ Leider kann sich Cuomo wie so oft nicht entscheiden, ob er einen Witz machen oder eine Satire mit gesell­schaftskritischen Untertönen inszenieren möchte.

So gelingt ihm beides nicht. „Zombie Bastards“ ist eher ein mit Abzählreimen überfütterter Reggae-Bastard („That’s right/ ­Music saved my life/ Wild eyes/ We don’t have much time“). „Living In L.A.“ scheint eine Art Disco-Bewerbung zu sein, wobei unklar bleibt, wofür: ­eine Privat­feier von Silvio Berlusconi oder Jürgen Drews’ nächste Mallorca-­Sause? „High As A Kite“ fliegt Cuo­mo nur in seiner Jugendwerkstatt. Dort träumt er sich in dieser Ballade auf Augenhöhe mit Ben Folds und Jeff Lynne. Noch bombastischer, noch mehr von sich selbst besoffen taumelt das ­finale „­California Snow“.

Kooperation

Mit Weezer fühlt man sich wie auf einer Party, auf der sehr viele Drogen konsumiert werden, um Körper und Geist so lange zu betäuben, bis man sich dem Puls einer enorm nervtötenden Musik überlässt. Am nächsten Morgen bleiben nur noch der Kater und die verschwommene Erinnerung an schlechten Sex. (Warner)


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