Why? Jonathan’s Hopes


City Slang


von

Zugegeben, wir haben es derzeit schon ein bisschen mit dieser Band, die HipHop eigens für Menschen zu produzieren scheint, die mit so etwas eigentlich nicht viel zu schaffen haben (seien wir noch ein wenig ehrlicher, wir ja auch nicht).

Das liegt wohl an der unkonventionellen Art und Weise, mit der Rapper/Sänger/Verquertexter Yoni Wolf seine Raps in Indie-Pop kleidet, ohne sich darum zu scheren, dass die restliche Szene da eher auf die gute alte Gangster-Gangart setzt und einen auf dicke Hose macht. Dennoch passiert es dieser Tage durchaus des Öfteren, dass man ein „Why?“ an den Kopf geworfen bekommt, welches sich wirklich jedes Mal von skeptischer Miene mit hochgezogener Augenbraue begleitet sieht, wenn man sich als Fan outet.

Das ist dann tatsächlich den Wortakrobatismen geschuldet, die sich Wolf da leistet, der auch noch der Gründer des etwas anderen Labels Anticon ist. Als Grund der Antipathie werden schon einmal die schlechten Englisch-Kenntnisse der Deutschen vorgeschoben, die „Why? nur mögen, weil sie die Texte nicht verstehen,“ um die Aussage eines irritierten, amerikanischen Bekannten aufzugreifen.

Das möchte man dann aber doch entschieden zurückweisen: Erstens versteht man – faktisch- die Texte schon, zweitens versteht die Lyrics – in ihrem Sinngehalt – wahrscheinlich niemand so hundertprozentig und drittens macht diese schöne Schrulligkeit doch – irgendwie –  den Großteil des Reizes aus, den die Band ausstrahlt. Man sieht sich so zumindest sofort mit den obskuren Hoffungen Jonathan „Yoni“ Wolfs konfrontiert, wenn man sich die ersten Zeilen des Openers „Jonathan’s Hopes“ anhört, den es heute zum freien Download gibt: „When I got better from the mumps/ Yes, my swollen nut and neck shrunk /But, though subtle, I can smell distinctly/ Some sick and swollen stink, still to this day stays with me.“

Man ahnt zumindest sogleich, woher das Album, das da „Mumps, etc.“ heißt, seinen Namen entleiht und weiß auf jeden Fall auch, was in oben stehender Diskussion gemeint wurde. Ob man jetzt die Augenbraue in skeptische Position rücken oder resigniert schmunzeln möchte, sei nicht mehr uns überlassen.

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