Rihanna als erste Frau überhaupt: 200 Millionen RIAA-Singles-Zertifizierungen

Seit zehn Jahren kein neues Album – und trotzdem schreibt Rihanna Musikgeschichte: als erste Frau mit über 200 Millionen RIAA-Singles-Zertifizierungen.

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Obwohl sie seit einem Jahrzehnt kein neues Album veröffentlicht hat, ist Rihanna soeben die erste Frau in der Geschichte der Musikindustrie geworden, die 200 Millionen RIAA-Singles-Zertifizierungen überschritten hat. In der ewigen Bestenliste belegt sie Platz drei – hinter Drake und Morgan Wallen.

Ihr Gesamtergebnis liegt nun bei 200,5 Millionen Einheiten. Drake führt die Liste mit 277,5 Millionen an, dahinter folgt Wallen mit 215 Millionen.

In der Vor-Digital-Ära zählte die RIAA – die Branchenorganisation, die Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen für Verkäufe und Streams vergibt – schlicht die Anzahl der physischen Singles, die an den Handel ausgeliefert wurden. Mit dem Start von iTunes wurden dann bezahlte Downloads erfasst. Im heutigen Streaming-Zeitalter gelten 150 On-Demand-Streams als Äquivalent eines einzeln gekauften digitalen Musiktitels. Das erklärt, warum die Liste von Superstars der Streaming-Ära angeführt wird – Drake, Wallen, Rihanna, Kanye West, Beyoncé und Luke Combs –, während Legenden früherer Epochen wie Queen und Michael Jackson weit abgeschlagen rangieren.

Katalog trägt sie nach oben

Doch alle an der Spitze sind aktive Künstlerinnen und Künstler. Rihanna hat seit 2016 weder ein Album herausgebracht noch eine Tour gespielt – abgesehen von der Super-Bowl-Halftime-Show 2023 und gelegentlichen privaten Auftritten. Sie steuerte außerdem „Lift Me Up“ zum 2022er Film „Black Panther: Wakanda Forever“ bei sowie „Friends of Mine“ zum 2025er Film „Smurfs“. Die Marke von 200 Millionen Singles-Zertifizierungen knackte sie allein dank der Langlebigkeit ihres Katalogs. Jahr für Jahr türmen Klassiker wie „Umbrella“, „Only Girl (In the World)“, „Don’t Stop the Music“ und „We Found Love“ astronomische Zahlen auf.

Seit einigen Jahren arbeitet Rihanna behutsam an ihrem neunten Album. Zunächst kündigte sie gegenüber Fans an, es werde „reggae-inspiriert“ sein – von dieser Aussage rückte sie später wieder ab. „Es gibt jetzt kein Genre mehr“, sagte sie 2025 gegenüber „Harper’s Bazaar“. „Deshalb habe ich gewartet. Jedes Mal dachte ich nur: ‚Nein, das bin nicht ich. Es stimmt nicht. Es passt nicht zu meiner Entwicklung. Es passt nicht zu meiner Evolution. Das kann ich nicht machen. Dazu kann ich nicht stehen. Das kann ich kein Jahr lang auf Tour performen.’“

Wenn das Album endlich erscheint, könnte es sie in die Position bringen, Drake und Wallen zu überholen – und mehr Singles-Zertifizierungen zu besitzen als irgendjemand sonst in der Musikgeschichte.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil