Roland Kaiser befürwortet Gendern: „Man muss die Sprache korrigieren“


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Roland Kaiser befürwortet Gendern: „Ich finde, sich damit auseinanderzusetzen und den Gedanken hinter dem Gendern zu verstehen, ist etwas Positives. Das ist auch für ältere Menschen ein vernünftiger Lernprozess“, sagte er im Interview gegenüber „t-online“. Er fuhr fort: „Man muss die Sprache korrigieren. Manche Begriffe und Redewendungen sind Hunderte von Jahren alt.“ Das sei nicht immer zeitgemäß: „In der Sprache entwickelt sich ein neues Bewusstsein, und wir müssen uns dieser Entwicklung stellen.“

„Bestimmte Dinge, wie diese Pause, muss man noch dazulernen“

Er selbst mache an der Stelle des Gendersternchens jedoch keine kurze Unterbrechung beim Sprechen. Schon immer habe er beispielsweise „Schülerinnen und Schüler“ oder „Zuschauerinnen und Zuschauer“ gesagt, so der 70-Jährige. Bestimmte Dinge, etwa jene kleine Pause, müsse man noch dazulernen. Wichtig für seine Lernprozess sei vor allem die junge Generation. Diese mache sich „sehr viel bewusster“ an die Lösung von Problemen. „Insofern bin ich in positiver Stimmung und Optimist.“, verlautbarte der Berliner.

Die eigenen Kinder als Jungbrunnen

Auch mit seinen drei Kindern stehe er im stetigem Austausch: „Ich lerne von ihnen, ihre Perspektive einzunehmen und diese mit meiner abzugleichen. Ich will nicht starrköpfig und stur werden. Durch den Diskurs mit meinen Kindern bleibe ich neugierig und jung.“ Laut Kaiser prägen Kinder auch die sprachlichen Gepflogenheiten älterer Geburtenjahrgänge: „Wir Menschen, die wir seit vielen, vielen Jahrzehnten Sprachen und Umgangsformen haben, lernen durch Kinder, das Thema mit dem Gendern anders zu nehmen.“