„Rollerball“ (Ultimate Edition im Mediabook): Der brutalste und gefährlichste Sport der Welt (Test)


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„Rollerball“ spielt im Jahr 2018 in einer fiktiven Zukunft: Die Nationen der Welt, so wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Stattdessen haben Mega-Konzerne die Macht an sich gerissen, regieren die Welt und kontrollieren unseren Alltag. Menschen nehmen Pillen für alle Lebenslagen, doch eigentlich dienen sie nur dem Zweck, die Bevölkerung besser unter Kontrolle halten zu können. Individualität und Selbstbestimmung existieren nicht mehr, doch um darüber hinwegzutäuschen und die Massen bei Laune zu halten, wurde ein neuer Sport ins Leben gerufen: Rollerball. Bei diesem brutalen Mannschaftssports kämpfen zwei Teams um den Sieg, wobei (tödliche) Unfälle an der Tagesordnung stehen. Damit den Zuschauern nicht langweilig wird, ändern die Mega-Konzerne regelmäßig die Regeln.

Jonathan E. (James Caan) aus dem Houston-Team ist der Star des Sports, der von der ganzen Welt gefeiert wird und sehr einflussreich ist. Doch er ist den Konzernen auch ein Dorn im Auge und so beschließen sie, dass Jonathan seinen Ruhestand verkünden soll. Doch für Jonathan bedeutet Rollerball alles und er sieht es gar nicht ein, seinem Sport den Rücken zu kehren. Stattdessen probt er den Aufstand gegen das System. In einem Endkampf in New York, bei der alle Regeln gestrichen wurden, kommt es zum finalen Aufstand und zur Entscheidung, die Jonathans Leben und das der Bevölkerung für immer verändern könnte…

Moderne Gladiatoren

Inspiration für den Rollerball-Sport suchte man bei den Gladiatorenkämpfen des Römischen Reichs. Und auch die Arenen gleichen einem Kolosseum. Konzernbosse und ranghohe Manager sind die neuen Kaiser, die über Leben und Tod entscheiden und für die Rollerball nichts weiter als ein Spiel ist, um das Volk von den eigentlichen Problemen in der Welt abzulenken. Nur Jonathan scheint dieses Spiel allmählich zu durchschauen, wurde ihm doch von den Konzernen seine Frau weggenommen, die er über alles geliebt hat. Als er dann auch noch schmerzlich feststellen muss, dass seine Teammitglieder nichts weiter als austauschbare Marionetten der Mega-Konzerne sind, reicht es ihm endgültig und er will das System durchbrechen. Trotz seiner brutalen Sportdarstellung hat „Rollerball“ eine Grundbotschaft, die sich ganz stark gegen Gewalt positioniert und stattdessen den Triumph des Einzelnen feiert.

Trotzdem war der Rollerball-Sport nicht nur bei den Schauspielern und Stuntleuten so beliebt, dass sie ihn in den Drehpausen spielten, auch beim Publikum kam er so gut an, dass man sogar darüber nachdachte, ihn zu einer offiziellen Sportart zu machen – ein Gedanke, den Regisseur Norman Jewison gar nicht gefiel. Stattdessen gab es im Jahr 2002 „nur“ ein Remake von Action-Regissseur John McTiernan („Die Hard“) mit Chris Kline in der Hauptrolle des Sportlers Jonathan. Bei Fans und Kritikern floppte der Film zwar massiv, für sich betrachtet ist er jedoch ziemlich kurzweilig und auch unterhaltsam. Die Gesellschaftskritik des Originals, die oftmals nur subtil gezeigt und angedeutet wird, sucht man im Remake allerdings vergebens.

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Indiana Jones: Warum „Das Königreich des Kristallschädels“ nicht der schlechteste Indy ist

Es scheint eine Indiana-Jones-Faustregel zu geben. Bekannt wurde sie erst, nachdem sie vermeintlich gebrochen wurde. Indy dürfe – das erwarteten die Fans, wie sie im Shitstorm offenbarten – seinen Blick nur auf verborgene Schätze im Boden richten, in der Erde wühlen. Nicht nach oben schauen, nicht auf Ufos warten. „Watch The Skies!“: Das gilt vielleicht für Verrückte, sicher nicht für echte Forscher wie Dr. Jones. Groß war die Wut, als das erste Indy-Abenteuer nach 19 Jahren Pause Außerirdische ins Spiel brachte. Übersinnliches gehöre zum Archäologen dazu, das schon. Außerweltliches nicht. Was wie ein Genrebruch anmutete, war in Wirklichkeit etwas anderes:…
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