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Essay von Mary J. Blige

Die beste Sängerin aller Zeiten: Aretha Franklin


von

ROLLING-STONE-Ranking: Die beste Sängerin aller Zeiten, Platz 1: Aretha Franklin

von Mary J. Blige

Man weiß, wenn etwas vom Himmel gesandt ist. Man weiß, wenn Gott seine Hand im Spiel hatte. Und Aretha ist ein Geschenk Gottes. Wenn es darum geht, sich mit jeder Faser in einen Song einzubringen, kann ihr niemand das Wasser reichen. Sie ist der Grund, warum Frauen singen wollen. Aretha hat alles – die Kraft, die Technik. Sie ist ehrlich in allem, was sie sagt. Alles was sie denkt oder tut, ist in ihrer Musik zu finden, von „Chain Of Fools“ bis „Respect“ und ihren Live-Auftritten. Und sie zweifelt keine Sekunde an sich.

Ich glaube, dieses Selbstvertrauen hat mit ihrer Verwurzelung im Gospel zu tun, weil man im Gospel nicht herumspielt – da geht es darum, wer am meisten drauf hat, wer die besten Parts kriegt. Für sie ist das alles nicht nur ein Spiel. Als ich klein war, liefen „Do Right Woman“ und „Ain’t No Way“ bei uns jeden Tag. Meine Mutter weinte, wenn sie diese Songs hörte, und ich weinte mit. Durch den Soundtrack zu „Sparkle“ entdeckte ich Aretha dann für mich selbst. Ich glaube, ich habe „Giving Him Something He Can Feel“ 30 Mal hintereinander gespielt, bis mir klar wurde, dass das ja die Stimme war, die meine Mutter so gerne hörte.

Sogar die Art, wie sie Wörter ausspricht, ist fantastisch: In „Giving Him Something He Can Feel“ singt sie „Many say that I’m too young“ – und wie sie „I’m“ sagt, man kann es fast sehen, sie ist stinksauer, aber du hängst immer noch an ihren Lippen. Ich sehe ihre Hände vor mir, wenn sie auf „Ain’t No Way“ singt „You’re tying both of my hands“, weil sie das Wort „both“ dermaßen attackiert. Wenn man sie bei der Arbeit sieht, erkennt man, warum Aretha so ist, wie sie ist.

Sie war schon eine Gospelgröße, bevor sie den ersten weltlichen Hit hatte. Protegiert vom Pastorenvater und dem legendären Reverend James Cleveland, der auch wieder am Piano saß, als sie im Wallekleid die Baptistenkirche einnahm, sich hinter die Holzkanzel klemmte und das Schönste von Jesus bis Marvin Gaye sang. Zwei historische Tage: Show und Gottesdienst, endgültig versöhnt.

„Wo hat sie denn den Ton gefunden?“

Als wir „Don’t Waste Your Time“ für mein Album „Mary“ aufnahmen, marschierte sie einfach rein und verputzte die Platte wie Pac-Man. Sie konnte eine Gospel-Phrase singen, und es wurde etwas Spacig-Jazziges draus, das ich noch nie gehört hatte: „Wo kam das denn jetzt her? Wo hat sie denn den Ton gefunden?“ Es ist wunderbar, so etwas zu erleben, weil es Menschen hilft, die nicht so recht an ihr Talent glauben mögen, so wie ich. Ich schaue sie an und denke:„Davon brauche ich auch ein Stück. Was immer es ist.“

  • Geburtstag: 25. März 1942
  • Wichtigste Songs: „(You Make Me Feel Like) A Natural Woman,“ „Respect,“ „I Never Loved A Man (The Way I Love You),“ „Think,„ Chain Of Fools“
  • Inspiration für: Whitney Houston, Alicia Keys, Aaron Neville, Annie Lennox

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Darum verheimlichte Freddie Mercury seine AIDS-Erkrankung

In dem neuen BBC-Dokumentarfilm „Freddie Mercury: A Life in Ten Pictures“ verrät David Wigg – ehemaliger Redakteur bei der britischen Boulevardzeitung „Daily Express“ und enger Vertrauter von Freddie Mercury – warum der Musiker seine AIDS-Erkrankung erst einen Tag vor seinem Tod am 24. November 1991 bekannt gab. Ihm zufolge hatte Mercury bis zum Schluss auf Heilung gehofft. „Freddie Mercury: A Life in Ten Pictures“ erzählt die beeindruckende Lebensgeschichte des legendären Queen-Sängers, die 1991 in Folge einer jahrelangen AIDS-Erkrankung auf tragische Weise sein Ende nahm. Der Film thematisiert zudem, wie aggressiv damals die Medien über die Sexualität von Mercury spekulierten, während…
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