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Musikalische Orgasmen: 6 Songs voller Höhepunkte


von

1. Madonna – „Justify My Love“

Natürlich zeigt das Video zu „Justify My Love“ genau jene Bilder, mit denen Madonna in ihrer Erotik-Phase mehr als einmal Aufsehen erregte. MTV strich den Clip dann aufgrund seiner expliziten Darstellung von BDSM und Bisexualität schnell aus dem Programm. Doch der von Lenny Kravitz mitgeschriebene Song hat es auch so in sich. Angetrieben von Trip-Hop-Klängen und einem, nun ja, pochenden Beat singt Madonna: „I wanna be your baby/M-m-m-m… y-e-a-h…/Wanting needing waiting/For you to justify my love“. Der Anfang von Adult Pop.

2. Lil Louis – „French Kiss“

Es ist natürlich ein Rätsel, wie dieses kleine, schmutzige Lied, das fast nur aus Porno-Gestöhne besteht (direkt entnommen aus einem 80er-Schmuddelstreifen), in Großbritannien ein Hit werden konnte. Der House-Track lässt jedenfalls in den ersten Sekunden seine spätere Eindringlichkeit nicht so leicht erahnen und wirkt heute unfreiwillig komisch.

3. Donna Summer – „Love To Love You, Baby“

„Do it to me again and again/You put me in such a awful spin“: Das „TIME“-Magazine bezeichnete diese schwülstige Nummer von Donna Summer, geschrieben u.a. von Giorgio Moroder und Pete Bellotte, als „Marathon der 22 Orgasmen“. Natürlich wollten alle Interviewer damals nur schüchtern wissen, wie die Atmosphäre im Studio war. Summer ehrlich: „Everyone’s asking, ‚Were you alone in the studio?‘ Yes, I was alone in the studio. ‚Did you touch yourself?‘ Yes, well, actually I had my hand on my knee. ‚Did you fantasize on anything?‘ Yes, on my handsome boyfriend Peter.“

4. 2 Live Crew – „Me So Horny“

Raten Sie mal, aus welchem Film die umstrittene Rap-Band 2 Live Crew ihren Titel her hat! Nein, nicht aus „Body Of Evidence“, „Tokyo Decadence“ oder „Deep Throat“. Die Zeile stammt aus „Full Metal Jacket“, „Oh, me so horny. Me love you long time.“ (Da steckt der Kubrick-Kriegsfilm schon tief drin in Vietnam.) Wirklich sexy ist das Lied nicht, dafür ist der Text wahlweise zu kitschig oder zu chauvinistisch. Doch trotzdem machte er Karriere auf MTV und Co. und wurde in so ziemlich jedem Stripclub von Berlin bis Brooklyn gespielt.

5. TLC – „Red Light Special“

Natürlich waren TLC als Girlgroup immer schon etwas erwachsener als ihre Kolleginnen. Doch mit „Red Light Special“ erwarben sie sich den Ruf von echten Sexpertinnen. Der verführerische Song ist eine durchaus sinnliche Anleitung, wie Mann es richtig anstellen sollte: „I’ll let you go further/If you take the southern route/Don’t go too fast/Don’t go too slow/You’ve got to let your body flow/I like ‚em attentive/And I like ‚em in control.“

6. Led Zeppelin – „Whole Lotta Love“

Robert Plant lässt hier alle sexuelle Energie aus dem Sack: „Whole Lotta Love – mit seinem orgasmischen Erdbeben während des Mittelteils – ist vielleicht der hyperpotenteste Song, der jemals im Radio lief. „A-way, way down inside/I’m gonna give ya my love/I’m gonna give ya every inch of my love/I’m gonna give ya my love“, singt Plant und die Band bediente sich bei einem anderen schwitzigen Liedchen – „You Need Loving“ von den Small Faces. Allerdings hatten auch die schon bei Blueslegende Willie Dixon zugeschlagen. Am Ende gab es für Led Zeppelin einen ziemlich unerotischen Plagiatsstreit. Den Erfolg von „Whole Lotta Love“ konnte dies aber nie ernsthaft gefährden.

 

Kleines Nachspiel

Bleibt noch die Frage, ob Musik tatsächlich auch einen Orgasmus auslösen kann. Wenn man bedenkt, dass Frauen laut Durex-Studie im Schnitt mehr als 20 Minuten benötigen, um zum Höhepunkt zu kommen (also erst dann, wenn ihr Partner schon dabei ist, die Zigarette anzuzünden oder bereits eingeschlafen ist), dann wäre Musik doch ein recht probates Mittel, das lustvolle Spiel ganz natürlich zu beschleunigen. Hier gibt’s eine (halbseriöse) Antwort, wie Frau – und natürlich auch Mann – zum Eargasm kommt.

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