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Skandal-Show „Promis unter Palmen“ für immer aus TV verbannt


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Hartes Mobbing, stundenlange Streitgespräche unter der Gürtellinie, uneingeschränkter Alkoholkonsum, sexistische Bemerkungen am laufenden Meter und ein nicht eingeordneter Fall von Homophobie: Die Liste an Derbheiten, mit denen die Sat1-Reality-TV-Soap „Promis unter Palmen“ Schlagzeilen machte, ist lang.

Nun ist klar: Das heftig kritisierte Krawall-Format, das aber auch für starke Einschaltquoten sorgte, wird nicht mehr auf die Mattscheibe zurückkehren. Die zweite Staffel war vor einigen Wochen – nach dem Homophobie-Skandal um Teilnehmer Marcus Prinz von Anhalt sowieso unter Beschuss – aufgrund des plötzlichen Todes von Willi Herren abgesetzt worden.

Herren war zwar lange Zeit nach den Aufnahmen für die Sendung verstorben, dennoch wäre er noch wochenlang im Fernsehen zu sehen gewesen. Möglicherweise hätten die Zuschauer von ihm noch Szenen zu sehen bekommen, die aus Gründen der Pietät nicht hätten gezeigt werden können.

Keine Skandale mehr – aber gerne weiter Reality-TV

Sat1 will nun offenbar die Finger von solchen Skandalsendungen lassen. Nach der Entscheidung, „Plötzlich arm, plötzlich reich“ einzustellen, wird nun auch „Promis unter Palmen“ nicht fortgesetzt, wie Senderchef Daniel Rosemann mit Blick auf eine neue Haltung des Privatsenders in einem Interview mit dem Branchenmagazin „DWDL“ bestätigte.

„Sat1 wird sich verändern“, sagte Rosemann in dem Gespräch. „Dazu werden wir in den nächsten Monaten viele neue Programme beauftragen – und uns auch von der ein oder anderen Programmmarke wie ,Promis unter Palmen‘ verabschieden. Das heißt aber nicht, dass Sat.1 damit das Genre Reality-TV beerdigt. Im Gegenteil: Gutes Reality-TV ist großartige Fernsehunterhaltung. Aber der Kompass muss richtig kalibriert sein.

Mit einer neuen Staffel von „Promi Big Brother“ wolle man dies bereits im Sommer unter Beweis stellen.


My Bloody Valentine neu aufgelegt: Krach, ganz zart

Was ohren- und nervenzerfetzenden Krach anbelangt, waren die Achtziger eine sehr gute Zeit. Wer Konzerte vor allem deswegen besuchte, um hinterher ein bleiernes Gefühl im Kopf zu haben und ein frisches fieses Fiepen im Innenohr, der kam in diesem Jahrzehnt vorzüglich auf seine Kosten. Die Einstürzenden Neubauten dengelten noch mit Presslufthämmern und Steinsägen auf der Bühne herum, die Konzerte der Swans waren dermaßen absurd überpegelt, dass selbst hartgesottene Menschen manchmal versuchten, den Mann hinter dem Mischpult zu überwältigen, um die Regler herunterzuziehen. The Jesus And Mary Chain gaben die kürzesten Konzerte aller Zeiten, schafften es aber auch bei einer Auftrittsgesamtdauer…
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