Stephen Colbert scherzt, Trump habe eine „präzise, intelligente“ Rede gehalten: „April, April!“

„Niemand weiß, was Donald Trump denkt“, sagte der Late-Show-Host. „Nicht mal Donald Trump selbst.“

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Stephen Colbert legte gestern Abend seinen Zuschauern den ultimativen Streich hin – indem er Donald Trumps Ansprache an die Nation über den Iran-Krieg in den höchsten Tönen lobte.

„Es war ein großer Abend in allen Sendern“, berichtete der „The Late Show“-Host. „Donald Trump hielt um 21 Uhr eine nationale Primetime-Ansprache. Sie war präzise, intelligent und hat die Nation mit einem gemeinsamen Ziel zusammengebracht.“

Als das Publikum lachte, gestand Colbert: „April, April! Trump hat heute Abend eine Rede gehalten – ausgerechnet am ersten Abend von Pessach. Ob ihr jüdisch seid oder nicht: Ich empfehle, vorher vier Gläser Wein getrunken zu haben.“

Lammsblut ums TV

Colbert sagte, er habe die Rede noch gar nicht gesehen, weil „The Late Show“ zu früh aufgezeichnet werde – und weil er „Lammsblut um meinen Fernseher geschmiert habe, damit die Rede an mir vorübergeht.“ Er wies darauf hin, dass die Regierung ein „wichtiges Update zu Iran“ versprochen habe. Dann imitierte er Trump: „Meine amerikanischen Mitbürger, wir beenden unseren Krieg in Iran. Moment, einen Schritt zurück. Wir führen einen Krieg in Iran. Warum nochmal? Gehört das zu Venezuela?“

Nachdem er erklärt hatte, eine Quelle behaupte, Trumps ständiges Hin-und-Her sei Absicht, entgegnete Colbert: „Ja, das ist gerissen! Niemand weiß, was Donald Trump denkt. Nicht mal Donald Trump selbst. Denkt mal drüber nach. Folgt mir in den Kaninchenbau: Denn wenn er wüsste, was er denkt, könnte er es ausplaudern. Deshalb hält er seinen Kopf vollkommen leer. Wie der von der Natur am cleversten konstruierte Gegner – der Goldfisch.“

Colbert thematisierte auch Trumps Auftritt bei einer Anhörung des Supreme Court am Mittwoch. Der Präsident wohnte der Anhörung zum Geburtsrecht auf die US-Staatsbürgerschaft bei und wurde damit zum ersten amtierenden Präsidenten, dem das gelang. „Das ist schlicht und ergreifend Einschüchterung auf Mafia-Boss-Niveau“, sagte Colbert.

Flucht aus dem Gerichtssaal

Er fuhr fort: „Wer sich fragt, wie Präsident Adderall einen ganzen Tag juristischer Verhandlungen durchhalten konnte – die Antwort lautet: gar nicht. Die Richter kauften der Regierung keines ihrer Argumente ab, und so ‚stürmte ein gedemütigter Trump mitten am Vormittag aus der katastrophalen SCOTUS-Anhörung‘. Gedemütigt – oder einfach nur verwirrt?“

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil