Ist Sydney Sweeney die Marilyn Monroe unserer Zeit?

Für ein (Nackt-)Shooting erinnert Sydney Sweeney ganz bewusst an den Glamour des alten Hollywood.

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Gemessen an der Schlagzeilendichte ist Sydney Sweeney derzeit wohl die berühmteste Schauspielerin der Gegenwart. Dass dies weniger mit ihren Leistungen auf der großen Leinwand zu tun hat, ist allerdings auch ein Teil der Geschichte.

Das neuste Kapitel in der Sweeney-Saga findet im „W“-Magazine statt. Für das Blatt hat sich die 28-Jährige hüllenlos ablichten lassen – und zwar im glamourösen Marilyn-Monroe-Stil. Damit nicht nur die Frisur an die legendäre Ikone erinnert, ist auch ein bisschen glitzernde Körperbemalung mit dabei.

Die Kommentare in den sozialen Medien sprechen Bände. Die meisten Reaktionen haben eher den Tenor: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das ist kaum überraschend, denn Sweeney polarisiert spätestens seit der in allen Schattierungen besprochenen American-Eagle-Kampagne („Sydney Sweeney Has Great Jeans“). Während der „Euphoria“-Star größtenteils dazu schwieg, ließ sie mit gleich mehreren Kino-Auftritten und einigen denkwürdigen Kostümen auf roten Teppichen Taten sprechen. Der Shitstorm auf der einen Seite war ihre genauso gewiss wie Bewunderung von der anderen.

Das Shooting des „W“-Magazines war übrigens nicht nur Sydney Sweeney gewidmet. Das schauspielernde Model stand neben neben vielen anderen berühmten Gesichtern vor der Kamera, darunter auch „Frankenstein“-Star und Indie-Film-Liebling Mia Goth.

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Sydney Sweeney: Sex-Symbol oder ernsthafte Schauspielerin?

Bleibt die Frage, ob das mit der Imitation von Marilyn Monroe alles andere als Zufall ist. Der Vergleich liegt in Bezug auf das Image von Sweeney auf der Hand: Marilyn Monroe war nicht „nur“ Sexsymbol, sondern eine Frau, die auf eine Rolle reduziert wurde, während sie selbst verzweifelt versuchte, als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen zu werden.

Die Diskussion ist damals wie heute fast ähnlich: Ist Sweeney nur ein Opfer des „Male Gaze“, oder bedient sie selbst geschickt eine Imagination, um schlicht für Aufmerksamkeit zu sorgen? Die Schauspielerin nur auf aufreizende Posen zu reduzieren, verkennt, dass sie auch Produzentin, Unternehmerin und Markenbotschafterin ist.

Wie auch bei Marilyn Monroe stehen zahlreiche Rollen von Sydney Sweeney im Kontrast zu ihrer strahlenden Außenwirkung als „Model“. Sie spielt immer wieder junge, überforderte Frauen voller Leere.

Ganz hat es den Anschein, als spiegelte sich darin die Traurigkeit darüber, gesehen, aber nicht erkannt zu werden. Oder auch das ist ein (bewusstes?) Spiel mit den (einseitigen) Erwartungen des Publikums.