Foo Fighters ohne Taylor Hawkins? Einfach unvorstellbar


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Taylor Hawkins galt als wahres Kraftbündel – der Schlagzeuger der Foo Fighters war auch solo mit eigenen Musikprojekten (Taylor Hawkins & The Coattail Riders, zuletzt NHC mit Dave Navarro und Chris Chaney) erfolgreich und stand mitten im Leben. Am Sonntag (20. März) hatte er mit den Foo Fighters in Buenos Aires beim Lollapalooza gespielt, die Welttournee war in vollem Gange – nur fünf Tage später wurde er tot in seinem Hotelzimmer im kolumbianischen Bogotá aufgefunden.

Der tragische Verlust zwingt die Foo Fighters zum Innehalten. Und angesichts der besonders engen Verbundenheit innerhalb der Band ist nun auch die Frage berechtigt: Wie wird es mit der Band weitergehen? Bekannt ist, dass Dave Grohl und Taylor Hawkins sich nahezu geschwisterlich verbunden fühlten. Immer wieder sprachen sie voneinander als „brother from another mother“ (zu deutsch: Bruder von einer anderen Mutter), als Duo führten sie meist gemeinsam für die Foo Fighters Interviews. Obwohl es streng genommen Dave Grohls Band ist, wurde Taylor Hawkins seit seinem Einstieg im Jahr 1997 ein unersetzlicher Teil der Gruppe.

Dave Grohl und Taylor Hawkins: Tiefe Freundschaft und Verbundenheit

Beide verbindet ihre Liebe zum Schlagzeugspielen, aber auch zwischenmenschlich passte es sofort: „Das erste Mal, als wir uns trafen, waren wir bei einer Radioshow hinter der Bühne, und er kam mit einem Bier in der Hand auf uns zu“, erinnerte sich Grohl einst in einem Interview. „Er sagte: ,Hey, Mann, wie geht’s? Ich bin Taylor, ich spiele mit Alanis Morissette. Alter, ich liebe deine Platte, sie ist so cool!‘ Er war so ein Dödel. Ich dachte mir: ,Wow, du bist entweder mein Zwilling oder mein Seelenverwandter oder mein bester Freund!‘ In den ersten zehn Sekunden, in denen ich ihn traf. Und natürlich hatte ich ihn schon Schlagzeug spielen sehen und fand, dass er ein toller Schlagzeuger war.“

Taylor Hawkins lag 2001 für zwei Wochen im Koma

Taylor Hawkins‘ Überdosis im Jahr 2001 schweißte die Musiker noch mehr zusammen. Die emotionale Belastung, nach dem tragischen Drogenabsturz und späteren Suizid von Kurt Cobain abermals einen Bandkollegen und Freund auf ähnliche Weise zu verlieren, brachte den Gründer der Foo Fighters fast dazu, sich ganz aus der Musik zurückzuziehen. „Als Taylor im Krankenhaus landete, war ich bereit, mit der Musik aufzuhören“, erklärte Grohl einst. „Denn für mich fühlte es sich so an, als wäre Musik gleichbedeutend mit Tod. Ich fing an zu beten. Ich war noch nie in meinem Leben in einer Kirche, und ich lief jede Nacht von Taylors Krankenhaus zu unserem Hotel zurück und betete laut auf Londons Straßen.“

Hawkins und Grohl: Bei den Foo Fighters musikalisch gleichgestellt

Hawkins war das einzige Bandmitglied, das auch selbst geschriebene Songs für die Alben der Foo Fighters einbringen durfte („Cold Day In The Sun“, „Sunday Rain“). Seine Lieder sowie einige Queen-Coversongs (Taylor Hawkins ist großer Fan) waren seit Jahren fest im Live-Set verankert. Die „Bromance“ der beiden war auch stets live zu spüren – sie umarmten sich und lobten das musikalische Talent des anderen. „Als er in die Band kam, war sein Schlagzeugspiel der unwichtigste Faktor – ich dachte nur, dass ich mit diesem Typen die Welt bereisen möchte, ich möchte auf die Bühne springen und mit ihm Bier trinken“, erinnerte sich Grohl vor einigen Jahren.

Foo Fighters ohne Taylor Hawkins?

Der Bandleader versprach auch, dass sich die Foo Fighters nie trennen würden. Das fühle sich an, „als wenn sich deine Großeltern scheiden lassen“, so der Musiker. Angesichts der Umstände muss nun jedoch geklärt werden, ob und wie es weitergehen kann.