DNA-Test bestätigt: Ted Bundy tötete 17-Jährige vor mehr als 50 Jahren

Der Utah County Sheriff hat den Fall Laura Ann Aime nach über 50 Jahren geschlossen. Aimes Schwester ist froh, dass Bundy „in der Hölle mit den Zähnen knirscht“.

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Laura Ann Aime aus Fairview, Utah, war 17 Jahre alt, als sie 1974 zuletzt lebend auf einer Halloween-Party in Utah County gesehen wurde. Wanderer fanden ihre Leiche am Thanksgiving-Tag desselben Jahres – mit Spuren von Schlägen und Strangulation. Nun haben Behörden nach eigenen Angaben zweifelsfrei bewiesen, dass Aime ein Opfer des Serienmörders Ted Bundy war, wie ABC News berichtet.

Bundy, der 1989 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde, stand schon lange im Verdacht, Aime getötet zu haben – die Art ihres Todes passte zu seinem Modus Operandi. Er gestand den Tod von 30 Menschen, darunter auch Aime, wurde jedoch nur wegen drei Morden verurteilt. Wie ABC News berichtet, erklärte Utah County Sheriff Mike Smith am Mittwoch vor der Presse, Bundys Aussage zu Aimes Tod sei zum Zeitpunkt des Geständnisses „als nicht ausreichend angesehen worden, um den Fall zu schließen und andere Täter auszuschließen“.

Jetzt aber konnten die Ermittler Sperma, das vor mehr als einem halben Jahrhundert an Aimes Leiche gesichert worden war, Bundys DNA zuordnen, wie die „New York Times“ berichtet. Die Körperflüssigkeit war in eine nationale Datenbank eingepflegt worden, die einen Treffer mit Bundys DNA aus einer Datenbank in Florida lieferte.

Zweifelsfrei überführt

„Wir können jetzt ohne jeden Zweifel sagen, dass Theodore ‚Ted‘ Bundy Laura Ann Aime im Herbst 1974 tatsächlich ermordet hat und dass die Strafverfolgungsbehörden nun DNA-Testergebnisse vorliegen haben, die den neuesten forensischen Standards entsprechen“, sagte Smith. „Das wird künftige DNA-Vergleiche für jene Behörden erleichtern, die in Fällen mit Bundy-Bezug noch offene Akten führen.“

„Es ist wirklich erstaunlich, dass die Menschen Lauras Fall überhaupt noch interessiert“, sagte Aimes Schwester Michelle Impala auf einer Pressekonferenz. Impala war zwölf Jahre alt, als ihre Schwester starb, und erinnert sie als fröhlichen Menschen mit einer großen Liebe zu Tieren, besonders zu Pferden. Sie sagte, ihre Schwester und ihre Eltern hätten Trost darin gefunden zu wissen, dass die Ermittler den Mord aufgeklärt haben.

„Ich weiß, dass sie wirklich froh wäre zu erfahren, dass der Fall abgeschlossen ist – und einfach zu wissen, dass Ted Bundy in der Hölle mit den Zähnen knirscht“, sagte Impala. „Ich mag nicht daran denken, dass Menschen so etwas erleiden. Aber bei ihm und ein paar anderen Menschen auf dieser Welt – das haben sie verdient.“

Bundys Blutspur quer durch die USA

Obwohl Bundy gestand, 30 Frauen getötet zu haben, schätzen manche Experten die tatsächliche Zahl auf bis zu 100. Sein erstes bestätigtes Opfer war Lynda Ann Healy, die er im Februar 1974 in Seattle tötete. Seine Mordserie zog sich durch Utah, Colorado und Idaho. Im Dezember 1977 entkam er aus einem Gefängnis in Colorado, wo er auf seinen Mordprozess wartete; danach griff er weitere Frauen an, tötete sie und entführte ein zwölfjähriges Mädchen. Im Februar 1978 wurde er erneut gefasst und im darauffolgenden Jahr wegen der Ermordung zweier Frauen verurteilt. 1980 befand ihn eine Jury in Florida für schuldig, die zwölfjährige Kimberly Leach getötet zu haben, und ein Richter verhängte die Todesstrafe.

2019 berichtete Kathy Kleiner Rubin ROLLING STONE von ihrer Erfahrung, einen Angriff Bundys überlebt zu haben. „Er war real, er lebte, er atmete, und er tat, was er tat“, sagte sie. „Und irgendwann war er – möglicherweise ein echter Mensch. Ich glaube, es ist gut, wenn Menschen Bücher über Bundy lesen. Wirklich. Sie müssen wissen, dass es das Böse da draußen gibt – aber dass man es in Schach halten kann.“