The Cure: Roger O’Donnell im Porträt


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Bekannt geworden ist Roger O’Donnell als Keyboarder von The Cure, aber als Solokünstler orientiert er sich an Neoklassik statt an Pop. „Orchester gelten als intellektuell, als ‚high-browed‘“, erzählt der 64-Jährige. „Aber deren Klänge entspringen ehrlichen Instrumenten. Hinter einem Cello kann man sich verstecken. Aber nicht hinter der Musik des Cellos. Diese Kompositionen kennen keine Verfremdung, sie müssen stärker sein als im Pop.“

Das Cello dominiert auch „2 Ravens“, O’Donnells sechstes Soloalbum. Eingespielt hat er seine Gute-Nacht-Lieder über Winter in der Grafschaft Devon, über verwunschene Häuser und verlassene Züge in nur fünf Tagen. Am ersten nahmen Cellistinnen auf, am zweiten stieß ein Streichquartett dazu. An Tag 3 kam Jennifer Pague von der Band Vita And The Woolf mit ihrem hauchzarten Gesang, wie bei „The Haunt“ zu hören, ins Studio. Die übrigen zwei Tage spielte O’Donnell sein Piano und produzierte die acht Stücke. „Die Mitschnitte sollten live klingen – aber bitte nennen Sie es nicht Neoklassik, dieser Begriff fällt zu häufig.“ Er weiß, dass Keyboarder auch ganz anders können. Dass sogar das Spielen auf Tasteninstrumenten zu Muckertum führen kann, das sonst eher Gitarristen zugeschrieben wird. Auch der Synthesizer kennt Imageprobleme: „Vangelis und Rick Wakeman waren gut, aber halt auch pompös.“


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Sein Selbstbewusstsein hat Roger O’Donnell sich über Jahrzehnte erarbeitet. 1983 heuerte er als Live-Musiker bei den Thompson Twins an, dann bei den Wave-Poppern Berlin, schließlich bei den Psychedelic Furs. Mit Unterbrechungen besetzt er seit 1987 bei The Cure den schwer zu behauptenden Platz am Keyboard – neben der Gitarre jenes Instrument, für das Band-Chef Robert Smith die konkretesten Vorstellungen hat, das für ihn aber dennoch eine immer kleinere Rolle spielt. O’Donnell schafft es, aus Cure-Alben tatsächlich noch herausgehört zu werden, was selbst dem loyalen Smith-Kumpan Simon Gallup mit seinen einst von New Orders Peter Hook abgeguckten Melodie-Bassläufen nicht mehr gelingt. O’Donnell meistert das Paradox, das Keyboard gleichermaßen introvertiert wie dominant klingen zu lassen („Lovesong“), und intoniert fast schon sonatinenartige Miniaturen („Out Of This World“).



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