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The Doors: Manzarek und Krieger über die Entstehung von „L.A. Woman“

Im Alter von 74 Jahren verstarb am 20. Mai 2013 der ehemalige Doors-Keyboarder Ray Manzarek. Zum 40-jährigen Jubiläum von „L.A. Woman“ sprach Manzarek mit ROLLING STONE im Januar 2012 über das Album.

Vier Dekaden nach Jim Morrisons Tod, schaffen es The Doors noch immer, Menschenmassen zu versammeln: Die unsterbliche Faszination für die Band sorgte für ausverkauftes Haus im Egyptian Theater in Hollywood am vergangenen Freitag, wo die Dokumentation über die Entstehung von „L.A. Woman“ seine Premiere feierte und wo Keyboarder Ray Manzarek beim anschließenden Q&A mit dem Publikum selbigem riet: „Wenn Sie wissen wollen, was es mit der menschlichen Existenz auf sich hat, empfehle ich ihnen wärmstens, LSD zu nehmen.“

Die Premiere und der DVD-Release von „Mr. Mojo Risin‘: The Story of L.A. Woman“ erfolgt parallel zum Jubiläums-Reissue des letzten Albums der Doors, an dem ihr früh verstorbener Frontmann mitgewirkt hatte. Morrison war unmittelbar nach den Sessions 1971 nach Paris aufgebrochen – und nie zurückgekehrt. Das neue 2-CD-Set beinhaltet alternative Takes und das zuvor noch nicht veröffentlichte „She Smells So Nice/Rock Me“ – ein rauer, verrauchter Blues-Track, der von Album-Co-Produzent Bruce Botnick in den Archiven der Doors geborgen wurde.

Kooperation

„Das war vor 40 Jahren, um Himmels Willen! Und plötzlich ist er wieder da: Ein versunkener Schatz der Doors, Jim Morrison, der ‚She Smells So Nice‘ geschaffen hat“, so Manzerek zu ROLLING STONE. „Was für ein großartiges Bild: Such dir den Teil ihres Körpers aus, den du am liebsten riechen möchtest. Ich wüsste, wo meine Nase ansetzt!“

Diese Aufnahme entstand in einer frühen Session für „L.A. Woman“ im Proberaum der Doors in der Nähe des Sunset Strip. Es war das erste Mal, dass Gitarrist Robby Krieger hörte, wie Morrison das ominöse „Mr. Mojo risin'“ sang, das sich später im Titelsong des Albums wiederfand. „Wir hatten das nie zuvor gehört“, erinnert sich Krieger an diese Zeile, die sozusagen die Bedeutung des Sängers nach seinem Tode definierte. „Es war ein Anagramm seines Namens“, erklärte Krieger.

„Das Album wurde in nur zehn Tage aufgenommen, mit „viel Geplänkel, viel Spaß, viel Bier“, so Manzarek, der inzwischen 72 Jahre alt ist. „Wir spielten wie besessen, we played the shit out of those songs. Ich denke, man hört den Spaß, die Aufregung, die Energie noch immer auf diesen Tapes. Es ist alles da. Man kann es fühlen.“

Nicht anwesend bei der Premiere war Drummer John Densmore, der sich bekanntlich in den letzten zehn Jahren von den anderen überlebenden Doors-Mitgliedern entfremdet hatte – nach diversen Auseinandersetzungen, die man in den Biografien ausgetragen hatte und einem Gerichtsverfahren über die Verwendung des Namens „The Doors Of The 21st Century“ von Krieger und Manzarek. Densmore hatte das Verfahren 2005 gewonnen.

„Ich hoffe natürlich noch immer auf eine Versöhnung“, sagte Manzarek. „Ich liebe es, mit diesen Leuten zu spielen. John und Robbie sind großartige Musiker. Es macht Spaß mit ihnen. Wir wissen, wie wir uns in diesen mystischen Zustand spielen können – unser musikalischen Zen finden. Es wäre eine Schande, das nie wieder zu tun.“

Trotzdem waren alle drei Mitglieder an der Zusammenarbeit mit Skrillex – „Breakin‘ a Sweat“ (wir berichteten) – beteiligt, die auf der EP des DJs und Producers „Bangarang“ veröffentlicht wurde und für die Dokumentation „RE:GENERATION“ gefilmt wurde, die im Februar in die Kinos kommen soll. Densmores Percussions wurden jedoch getrennt von Kriegers und Manzareks Parts aufgenommen. „Es ist bescheuert“, sagt Krieger, der heute 66 Jahre alt ist, über den Vorgang, „aber ich schätze, viele Bands durchleben irgendwann diesen Mist“.

Krieger war anfangs nicht wirklich überzeugt davon, mit dem jungen Shooting Star zusammenzuarbeiten: „Es war nicht anfangs nicht wirklich mein Fall. Als Gitarrist bin ich eher anti-digital eingestellt, aber ich wollte es dann doch probieren. Es klingt interessant, und das war es auch. Sehr cool sogar. Ich würde es wieder tun.“

Manzarek hofft, dass genau das passieren wird: „Wir haben schon mit ihm darüber gesprochen, weiter zusammenzuarbeiten. Er war begeistert. Er ist so voller Dynamit …“

Derweil wird das Erbe der Doors weiter verarbeitet, obwohl Robby Krieger zugibt, dass der Vorrat an noch nicht gehörten Aufnahmen „sich so langsam dem Ende zuneigt“. Er hofft, noch einen Release der „London Fog“-Tapes zu erleben – eine der ersten Live-Aufnahmen der Band. Ein neu gemasterter Schnitt der Dokumentation der Doors-Performance 1968 im Hollywood Bowl ist für dieses Jahr geplant. Botnick verriet dem ROLLING STONE zudem, die Band plane jede Aufnahme und jedes Outtake der „L.A. Woman“-Session als Multi-Disc-Set herauszubringen. Diesen Sommer werden Krieger und Manzarek auf einer Europatournee Doors-Klassiker performen – US-Daten sind eventuell auch möglich.

Zum Ende des Gesprächs äußerte sich Manzarek auch noch einmal lobend über Jimmy Fallons Auftritt als „Lizard King“, der im November als Jim Morrison-Kopie „Reading Rainbow“ performte. „‚Guck dir diesen Typen an!‘, habe ich gerufen, als ich das gesehen habe“, lacht Manzarek, der schon viele Morrison-Kopien gesehen hat und in der Hinsicht nicht leicht zu beindrucken ist. „Fallon war gut. Du musst mystisch und sexy zugleich sind – das ist der schwierige Part.“


Die besten Alben aller Zeiten: „Blonde On Blonde“ von Bob Dylan

Am 16. Mai 1966 veröffentlicht, war „Blonde On Blonde“ das erste Doppelalbum eines bereits etablierten Künstlers. „Es kam dem Sound, den ich in meinem Kopf hörte, diesem fließenden, quecksilbrigen Sound, so nah wie nichts zuvor“, sagte Dylan 1978. Die manische Brillanz von „Blonde On Blonde“ lässt sich kaum besser beschreiben. Den größten Teil der 14 Songs nahm Dylan im Schnelldurchgang auf – bei einer vier- und einer dreitägigen Session in Columbias Nashville-Studios im Februar und März 1966. Das Tempo der Aufnahmen reflektierte die Amphetamin-Quirligkeit, mit der Dylan selbst zwischen ständigen Tourneen neue Songs ausspuckte. „Blonde On Blonde“ war Bob Dylans…
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