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TV-Fußnoten

„The Fall“: Schlaflos in Belfast

13 Jahre sind vergangen, seit die letzte „Akte X“ im Fernsehen geschlossen wurde. Jetzt endlich kehrt Gillian Anderson zurück – als knallharte Ermittlerin, die in einer finsteren Stadt einen perversen Serienkiller fangen muss. Also alles noch schlimmer als die bizarren Erscheinungen, die sie als FBI-Agentin Scully untersuchte – und spannender, weil grausam realistisch (zumindest meistens).

Detective Superintendent Stella Gibson (Gillian Anderson) wird von London nach Belfast abkommandiert, weil dort ein Mörder unterwegs ist, dem die weniger erfahrenen Kollegen nicht beikommen können. Paul Spector (Jamie Dornan) ist Therapeut, Familienvater – und nebenbei Triebtäter. Wie er seine Morde vorbereitet, sie genau nach Plan begeht und dann detailverliebt aufzeichnet, verfolgt die Kamera genau, ohne ihn dabei zu dämonisieren. Sie gibt dem scheinbar harmlosen Antlitz des Bösen viel Raum – das irritiert anfangs. Spector wird eben nicht als böses Gegenstück zu Gibson inszeniert: Sein Alltagsleben wird genauso dargestellt wie ihres – und wahrscheinlich wäre er uns sogar sympathischer als sie, wenn man nicht wüsste, was er nachts macht.

Triebtäter Paul Spector (Jamie Dornan), nebenbei netter Familienvater
Triebtäter Paul Spector (Jamie Dornan), nebenbei netter Familienvater

Das intensive Spiel der beiden Hauptdarsteller, das mörderische Versteckspiel, dazu die klaustrophobische Stimmung in Belfast: „The Fall“ zieht einen sofort in den Bann. Sechs Folgen hat die erste Staffel nur, doch mit 90 Minuten haben sie alle Spielfilmlänge – was bei einer Serie zunächst gewöhnungsbedürftig ist, aber hilft, den Figuren schnell näherzukommen. Auch die Nebenrollen sind toll besetzt: Archie Panjabi („The Good Wife“) spielt wieder mal eine rabiate Pragmatikerin, John Lynch den grummeligen Chef Gibsons, mit dem sie mal liiert war. Und Anderson brilliert besonders in den privateren Szenen als Frau, die sich nichts mehr gefallen lässt, schon gar nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Männern. Als sie sich für einen One-Night-Stand mit einem verheirateten Kollegen rechtfertigen soll, weist sie mit abgeklärtem Blick auf das eigentliche Problem hin: „Mann fickt Frau – Subjekt Mann, Verb fickt, Objekt Frau: Das ist okay. Frau fickt Mann – Frau Subjekt, Mann Objekt: Das ist Ihnen nicht so ganz geheuer, was?“

Steffan Hill ZDF und Steffan Hill


Kassengold: Das sind die erfolgreichsten Filme von James Cameron

James Cameron gehört zu den erfolgreichsten Filmemachern aller Zeiten. Mit Blockbustern wie „Avatar“, „Titanic“ und „Terminator“ schafft er es immer wieder, zahlreiche Filmliebhaber in die Kinos zu locken und sich von seinen visuell beeindruckenden Meisterwerken mitreißen zu lassen. Aber welche Filme Camerons waren finanziell am erfolgreichsten? Wir haben die „Top 5“ aller Produktionen des Erfolgsregisseurs anhand ihrer internationalen Einspielergebnis für Sie zusammengefasst. Platz 5: Aliens – Die Rückkehr (1986) Bei „Aliens – Die Rückkehr“, dem ältesten Film auf dieser Liste, handelt es sich um die erste Fortsetzung des Sci-Fi-Klassikers „Alien“ (1997). Darin kehrt die von Sigourney Weaver gespielte Deckoffizierin Ellen Ripley auf den…
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