The Rock And Roll Hall Of Fame: 10 Acts, die auch nicht kamen


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Jahr für Jahr nimmt die Rock and Roll Hall Of Fame die wichtigsten und einflussreichsten Musiker und Produzenten auf, die den Rock ’n‘ Roll besonders geprägt haben. Eine Zeremonie, die von den meisten Musikern als besondere Ehre empfunden wird – doch immer wieder führen Umstände verschiedenster Art dazu, dass der ein oder andere reservierte Stuhl unbesetzt bleibt. In diesem Jahr ist es Axl Rose, der durch die Streitigkeiten mit Slash und seiner Absage an die Hall Of Fame in einem offenen Brief vorweg Aufmerksamkeit auf sich zog.

Wer in der über 25-jährigen Geschichte der Hall of Fame noch den Stuhl frei ließ und warum, haben wir hier einmal in einer kleinen, unvollständigen Auswahl zusammengetragen.

Diana Ross, 1988

In dem originalen Line-up der Supremes hat es seit 1967, als die Gruppe ihren Namen zu Diana Ross & The Supremes änderte, kontinuierlich Streit gegeben. Ross, Mary Wilson und Cindy Birdsong performten das letzte Mal zusammen im März 1983 beim 25. Jubiläumskonzert von Motown. 1986 veröffentlichte Mary Wilson ihre Memorien „Dreamgirls: My Life As A Supreme“, die ein sehr negatives Bild von Ross zeichneten. The Supremes wurden zwei Jahre später in die Hall of Fame aufgenommen, Ross nahm ihre Einladung nicht wahr. Sie gab als Grund ihren Sohn an, den sie erst drei Monate zuvor zur Welt gebracht hatte, doch die meisten spekulierten, dass die Konflikte zwischen Ross und den anderen Mitgliedern eine Rolle spielten.

Paul McCartney, 1988

Die Beziehung zwischen den noch lebenden Beatles waren 1988 sehr angespannt. Vier Jahre vorher starteten Yoko Ono, George Harrison und Ringo Starr einen Lizenzstreit mit Paul McCartney, der daraufhin entschied, den Feierlichkeiten 1988 nicht beizuwohnen. In einer der vermutlich berüchtigsten Reden in der Geschichte der Hall Of Fame sprach Mike Love über die Abwesenheit McCartneys, als die Beach Boys aufgenommen wurden.„It’s sad that there are other people who aren’t here tonight,“ sagte er. „People like Paul McCartney who couldn’t be here because he’s in a lawsuit with Ringo and Yoko. That’s why he sent in a telegram to some high-priced attorney in the room.“
 

Van Morrison, 1993

Die Aufnahmezeremonie 1993 prahlte mit der Reunion von The Doors und Cream, wie auch dem überraschenden Erscheinen des extrem zurückgezogen lebenden Sly Stone. Die drei überlebenden Mitglieder von Creedence Clearwater Revival tauchten auf, aber John Fogerty verursachte ein amtliches Drama, als er es ablehnte, mit ihnen zusammenzuspielen. Van Morrison spielte nicht, daher performten die Counting Crows „Caravan“ in seiner Abwesenheit. Das war Monate bevor sie ihre Debüt-LP „August And Everything After“ veröffentlichten, somit war die Aufnahmefeier der Zeitpunkt, an dem viele Kritiker und Fans das erste Mal Wind von ihnen bekamen.

Jerry Garcia, 1994

Der Grateful Dead-Frontmann erschien nicht bei seiner Ehrung, angeblich weil er generell gegen die Idee einer Rock and Roll Hall of Fame war. Der Rest der Band war jedoch anderer Meinung und brachte eine Pappfigur des Sängers mit auf die Bühne.

Rod Stewart, 1994 

Zwei Tage vor den Ehrungen 1994 erschütterte ein großes Erdbeben Los Angeles. „Zwei meiner Kinder, Renee und Liam, sie waren erst eins und drei, waren total verängstigt,“ erklärte Stewart dem ROLLING STONE im Dezember. „Total  verängstigt. Ich konnte sie einfach nicht alleine lassen, daher habe ich es verpasst. Aber ich werde dieses Mal dabei sein!“ War er dann doch nicht…

David Bowie, 1996

David Bowie war in Helsinki, Finnland, als Support von Outside, als er 1996 in die Hall Of Fame aufgenommen wurde. Madonna nahm den Preis an seiner Stelle an und Marianne Faithful performte „Rebel Rebel“.

Roger Waters, 1996

Roger Waters und Pink Floyd kamen im Jahr 1996 nicht sonderlich gut miteinander klar. Zwei Jahre zuvor ging die Gruppe auf eine große Stadiontour ohne Waters und spielte Millionen von Dollar ein. Sie luden Waters ein, sie bei einer Performance von „Dark Side Of The Moon“ in England am Ende der Tour zu unterstützen, aber er lehnte ab. Waters war noch wütend, dass die Band ohne ihn weitergemacht hatte, während er selbst bei seiner 1987 „Radio K.A.O.S. Tour“ vor halbleeren Arenen gespielt hatte. Sie klärten die Lage einige Jahre später – teilweise weil Gilmour Pink Floyd zu diesem Zeitpunkt aufgelöst hatte – aber 1996 hatte Waters kein Interesse daran, im gleichen Raum wie der Rest von Pink Floyd zu sitzen.

Neil Young, 1997

Es gibt viele Spekulationen darüber, warum Neil Young 1997 nicht bei der Aufnahme auftauchte und sich mit Buffalo Springfield wiedervereinte, aber die glaubhafteste Erklärung ist die, dass ihn der Umstand zum Kochen brachte, dass seine Bandmitglieder ordentlich blechen sollten, damit auch die Freunde und Familien der Band mitfeiern konnten. Dreizehn Jahre später stimmte Young einer Wiedervereinigung mit Buffalo Springfield zu, aber zu diesem Zeitpunkt waren die Originalmitglieder Bruce Palmer und Dewey Martin bereits verstorben.

Joni Mitchell, 1997


1965 gab eine 21-jährige Joni Mitchell eine Tochter zur Adoption frei. Kurz vor der Aufnahme in die Hall of Fame 1997 erlebten Mutter und Tochter eine sehr emotionale Wiedervereinigung und Mitchell sagte die Feierlichkeit in Cleveland ab, um sich auf die sich wieder entwickelnde Beziehung zu ihrer Tochter zu konzentrieren. Graham Nash nahm die Auszeichnung an ihrer Stelle an.

The Sex Pistols, 2006

Der offene Brief der Punkband lautete:  „Next to the SEX-PISTOLS rock and roll and that hall of fame is a piss stain. Your museum. Urine in wine. Were not coming. Were not your monkey and so what? Fame at $25,000 if we paid for a table, or $15000 to squeak up in the gallery, goes to a non-profit organisation [SIC] selling us a load of old famous. Congradulations [SIC]. If you voted for us, hope you noted your reasons. Your anonymous as judges, but your still music industry people. Were not coming. Your not paying attention. Outside the shit-stem is a real SEX PISTOL.“