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The Smiths – „The Queen Is Dead“


von

Alain Delon auf Pflasterstein – gibt es ein schöneres Bild für brutale undverschwendete Jugend? Dazu das grüne Vinyl der Erstauflage, Johnny Marrs wüstes Gitarrenspiel und Morrisseys Klage: “Life is very long when you’re lonely.” Und wir waren verdammt einsam. Die Königin sagt: “Eh, I know you,and you cannot sing”, und Morrissey antwortet: “That’s nothing – you should hear me play piano.“ Heute machen gesichtsgelähmte Veteranen der Rockmusik ja Kratzfüße bei der wächsernen Schrunze, aber damals war es selbstverständlich, die ganze Schmarotzerbande zu verachten. Morrissey setzte fort, was die Sex Pistols so korrekt und unerbittlich begonnen hatten.

Doch nicht der Tod der, wie wir heute wissen, langlebigen Königin definierte das Album, sondern die LARMOYANZ. Morrissey beschwert sich in jedem Song der Platte: bei Mr. Shankly über dessen schlechte Poesie, in “I Know It¹s Over” bei Mutter, in “ Never Had No One Ever” ganz allgemein (“I had a really bad dream/ It lasted 20 years, 7 months and 27 days”) , in “Cemetery Gates” über Menschen mit großer Nase (sein Gegner hat Yeats und Keats auf seiner Seite und verliert, denn der Sänger hat Wilde) und in “ Bigmouth Strikes Again“ über das Schicksal der Joan Of Arc (also sein eigenes). Sogar im weniger ironischen als jenseitigen “Some Girls Are Bigger Than Others“ klingt noch die Ungerechtigkeit der Existenz an.

Hinter den Lamentos stand die wunde Klage des nicht mehr ganz jungen Morrissey: “And when you want to Live/ How do you start?” Bis heute weiß er darauf keine Antwort, und wenn wir ehrlich sind, haben wir sie auch nie gefunden. Die Smiths gab es bald nicht mehr. Die Queen lebt.

Aber irgendwann schlagen wir zurück. Bestimmt.

Rough Trade, 1986


„Bohemian Rhapsody“: Blitzauftritt von Adam Lambert gesehen?

Der von Kritikern zuweilen lauwarm besprochene Queen-Film „Bohemian Rhapsody“ birgt mehr Geheimnisse, als viele Zuschauer bisher darin entdecken konnten. So findet sich in dem Biopic mit Rami Malek in der Hauptrolle als Freddie Mercury eine kurze Gasteinlage von Adam Lambert. Das erzählte der aktuelle Frontmann der noch von Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor über die Bühnen der Welt gejagten Band beiläufig bei der New Yorker Premiere der filmischen Mercury- und Queen-Biographie. Es ist allerdings ein echter Blitz- und „Geheimauftritt“, wie Lambert bestätigte. Nur Adleraugen können den 36-Jährigen erspähen. Zu sehen ist der ehemalige Castingshow-Star in einer Szene in…
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