Highlight: Setbericht „Z Nation“: Zombies blasen Trump den Marsch

„The Walking Dead“: Acht-Punkte-Plan zur Rettung der Serie

01. Mehr Zombies

Zombies halten wohl nichts mehr von einem guten Soundtrack – wir schon.

Klingt profan, scheint aber nötig: Es gibt kaum noch nennenswerte Attacken der Untoten. „Fear the Dead. Fight the Living“, heißt zwar die großartige Tagline, und wie in so vielen Zombie-Filmen ist der Grundgedanke richtig, dass die Menschen, nicht die lebenden Leichen, ein echtes Problem darstellen.

Aber, ganz billig ausgedrückt: Es fehlt geile Zombie-Action. Rick Grimes auf dem Pferd in den Hochhausschluchten von Atlanta; Beth und Noah in Atlanta; der Angriff auf Hershels Farm; die „Befreiung“ des Gefängnisses – all das waren beeindruckende Szenarien in kreativ gestalteten Umgebungen bzw. Städten oder Festungen, deren Ausstattung so aufwendig, so teuer nicht gewesen sein könnte, als dass man sie nicht wiederholen könnte.

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Doch für Großgefechte scheint es kein Budget mehr zu geben: Schon der Sturm auf Negans Fabrik in Staffel acht sah nur noch aus wie mit zehn Pappkameraden nachgestellt.

02. Schneller zur Sache kommen

Der Governor durfte länger als geplant sein Unwesen treiben, eineinhalb Staffeln lang. Aber schon Negans Geschacher um Grenzen und Besitz hat fast drei Seasons in Anspruch genommen. Nicht wenige „Walking Dead“-Zuschauer kennen ja auch die Comics. Man fiebert also dem jeweiligen Ende des Bösewichts, dessen Tod oder seiner  Gefangennahme, irgendwann immer dringlicher entgegen.

Hier geht „The Walking Dead“ schon mal in die richtige Richtung: Alphas Vorstellung und ihre Pfahl-Show begann und endete mit dieser neunten Staffel. Bleibt das Tempo so, dürfte es bereits in Season zehn zu dem entscheidenden Zusammentreffen mit Negan kommen.

Auffallend ist, dass so gut wie jede Storyline, die nicht in den Comics existierte, für das TV-Format nicht recht durchdacht schien; man denke da nur an Jadis und ihre Müllmänner.

03. Alle Helden zentrieren

Berechtigter Kritikpunkt: Die Helden residieren mittlerweile in verschiedenen Städten, also werden auch ihre Storylines separiert. Das führt zu mangelnden Konflikten bzw. Unübersichtlichkeit im Verhältnis der Charaktere untereinander – es kann passieren, dass manche Leute nicht in jeder Episode vorkommen.

Wo z.B. war Aaron, als Alpha die Pfahl-Parade der Toten präsentierte? Wie würde Negan auf die Nachricht reagieren, dass jemand wie Alpha so brutal vorgehen kann wie er? Möglich, dass ihre Reaktionen darauf gezeigt werden – aber eine Folge später wäre das viel zu spät. Und es verschleppt den Fortgang. Wer nicht Augenzeuge war, dem muss alles ja noch erzählt werden, alles, was wir längst wissen.

04. Hauptfiguren länger im Spiel halten

Moderne Gewaltserien wie „The Walking Dead“ oder „Game of Thrones“ leben von der Spannung, dass es wichtige Protagonisten jederzeit treffen kann. Das funktioniert so lange, wie das Personal gut bestückt ist. „The Walking Dead“ dünnt jedoch langsam aus. Die erste Reihe besteht nur noch aus Daryl, Carol, Eugene und Negan – Michonne und Maggie werden die Serie verlassen. Die zweite Reihe aus Saddiq, Aaron, Ezekiel, Rosita, Lydia und Gabriel.

Das sind zu wenige Sympathieträger, um sie einfach so herzugeben. Jesus‘ Tod war völlig unnötig, diente nur dazu zu zeigen, dass die Whisperers keine Untoten, sondern Maskierte mit Messern sind. Das hätte man aber auch an einem John Doe demonstrieren können.

Die Schwesterserie „Fear the Walking Dead“ wird auf absehbarer Zeit abschmieren, der als lebensrettende Maßnahme gedachte Transfer von Figuren wie Morgan war womöglich keine gute Idee – der weise alte Mann wird dann wohl wieder zurückwandern müssen.

05. Anführer festlegen

Rick Grimes in The Walking Dead
Szene aus „The Walking Dead“

Ohne eindeutigen Anführer funktioniert die Serie nicht mehr. Rick Grimes fehlt. Wenn sämtliche Entscheidungen auf verschiedene Schultern verteilt werden, vor allem die Daryls und Michonnes, leidet darunter die Identifikation des Zuschauers mit den Figuren. Denn jede Figur, Daryl, Michonne, Ezekiel, Maggie, bildet nur noch eine einzige Eigenschaft ab: Gram, Zorn, Optimismus, Verbitterung. Alles ist fragmentiert. Wir identifizieren uns jedoch nur mit komplettierten Charakteren, solche, die immer wieder Fehler begehen, immer wieder aufstehen usw. Solche, die alles vereinen.

Daryl-Darsteller Norman Reedus, per Gehaltserhöhung quasi zum neuen Rick geadelt, tritt nur noch auf der Stelle. Zuletzt war er damit beschäftigt, den Vaterersatz für Henry zu spielen, weil er selbst eine schlimme Kindheit hatte. Das reicht nicht.

06. Antagonisten im Team einführen

Die ersten beiden Staffeln überzeugten, weil es mit Rick und Shane zwei Gegner innerhalb desselben Teams gab, die beide charismatisch waren. Beide hatten Grund einander zu misstrauen. Rick misstraute Shane, weil Shane eine Gefahr für die Gruppe darstellte. Shane misstraute Rick, weil er einst seinen alten Freund gerettet und sich auf eine Zukunft mit dessen vermeintlicher Witwe Lori gefreut hatte. Die Chemie in dieser Hassliebe stimmte einfach.

Seit Season drei gibt es keine überzeugenden Konfrontationen mehr innerhalb der Heldengruppe. Was hatte Morgan denn so genau an Rick auszusetzen? Weiß doch heute kein Mensch mehr. Daryl hielt Rick für einen schlechten Anführer? Point taken, aber er hatte ja auch keine besseren Ideen, und er mochte den Weggefährten dennoch. Es fehlen einfach die Wettbewerbe, die Herausforderungen.

Konfrontationen zwischen Camp Gut und Camp Böse, also Rick vs. Negan, Daryl vs. Alpha, liegen in der Natur der Sache und bieten keine Überraschungen. Es würde ja schon reichen, wenn jemand einfach mal richtig durchdreht und sich out of character verhält, einen Freund tötet: Gabriel verteufelt plötzlich Gott und ermordet jemanden aus dem eigenen Camp, vielleicht ja diesen komischen Stadtmusikanten mit seiner Geige.

07. Stars engagieren

Robert De Niro im Januar zu Gast bei „Late Night with Seth Meyers“.

Schon klar, Robert de Niro würde niemals bei „Walking Dead“ mitmachen. Aber nur mal so als Denkanstoß: Die Serie ist nach „Game of Thrones“, das es bald nicht mehr geben wird, und trotz sinkender Einschaltquoten noch immer die populärste der Welt. Es muss einfach drin sein, einen Top-Star zu holen. Norman Reedus müsste das aushalten können. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass er nicht selbst gegen seine Eindimensionalität in der Serie ankämpft.

Jeden Montag einschalten, weil Jon Hamm im Wald Würmer essen muss? Großartig. Was macht Jessica Alba heute? Gibt es nicht jemanden, dem sie in die Eier treten könnte?

08. Jahreszeit ändern, Location ändern

Trotz neuer Storyline zieht „The Walking Dead“ keine neuen Zuschauer an

Ein Blick auf Folge 16 der aktuellen Staffel zeigt: „Winter is coming“. Das wurde auch mal Zeit. Welche Gefahr bilden vermeintlich festgefrorene Zombies – wie sieht es aus, wenn eine Kralle durch das Eis bricht? Solche Sachen. Das könnte gut werden.

Aber: Die Wald-und-Wiesen-Action muss irgendwann zu Ende erzählt sein. Atlanta spielte kurzzeitig eine Rolle, aber im Grunde spielt sich seit mehr als 100 Folgen alles immer im Grün ab. Natürlich hat das Budgetgründe, das „TWD“-Set ist ja etabliert und vielleicht günstig. Aber dann darf man sich auch nicht wundern, dass immer weniger Leute einschalten.

Bis nach Nashville sind es von Atlanta aus 350 Kilometer, bis nach Memphis 545. Das schafft Daryl mit seinem Motorrad in höchstens zwei Tagen. Auf geht’s!

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„The Walking Dead“-Star nicht glücklich über ihren Serientod

Katelyn Nacon ist nicht glücklich über ihren Serientod und beklagt mangelnde Relevanz ihrer Rolle in „The Walking Dead“. In einem Interview mit „Comicbook“ erzählte Nacon, die die Rolle der Enid verkörperte, dass sie nicht zufrieden darüber ist, wie ihr Charakter letztlich in der aktuellen Staffel sterben musste. Auch darüber, dass sie immer nur die Freundin von irgendjemanden war, hat sie geärgert. Erst die von Carl, dann von Alden – sie hatte zu keiner Zeit eine eigene Entwicklungsgeschichte, die unabhängig von den Liebeleien war. Aufgespießter Kopf in Staffel 9 Und in der neunten Staffel musste Enid nun dran glauben: Ihr Kopf…
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