Schlimmer Bambi-Auftritt: Thomas Gottschalk kassiert Buhrufe

Die Worte, die Thomas Gottschalk „Wetten, dass..?“-Stammgast Cher widmete, wirkten reichlich wirr. Auch sonst zeigte sich der Moderator fahrig.

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In den letzten Jahren fiel Thomas Gottschalk immer wieder durch bewusst polarisierende Äußerungen auf. Er schrieb sogar ein Buch, das mit seinem neuen Image als „weißer alter Mann“ spielt („Ungefiltert“). Das hatten vielleicht einige im Saal bei der Verleihung der Bambis am Donnerstag (13. November) in München noch im Hinterkopf, als einige den einstigen „Wetten, dass..?“-Moderator sogar ausbuhten.

Was war passiert? Gottschalk hatte die Laudatio für Cher gehalten, die ein goldenes Rehkitz bekam und den 75-Jährigen nach zahlreichen Auftritten in der Samstagabendshow ganz gut kennen dürfte. Das konnte sie allerdings nicht auf seine fahrigen Worte vorbereiten.

Immer wieder verhedderte sich Gottschalk in seinen eigenen Sätzen, wirkte gar etwas überfordert mit seiner Rolle als Bühnenmaskottchen. Einmal schob er sich sogar zwischen die Preisträgerin und die Kameras. Buhrufe erntete Gottschalk allerdings vor allem für seine Anmoderation mit den Worten: „Hier ist sie, die einzige Frau, die ich in meinem Leben ernst genommen habe.“

Cher musste Thomas Gottschalk bremsen

Später ergänzte er windschief „Cher, Cher, nichts ist so schwer wie Cher“ und lamentierte darüber, dass sein eigener Bambi bei den Bränden in Los Angeles (die seine Villa trafen) eingeschmolzen sei. Schlimmer wog aber wohl eher, dass Gottschalk behauptete, „alles“ von Cher gesehen zu haben, weswegen die Sängerin sich beeilte, zu betonen, dass es „nicht alles“ gewesen sei.

Zwischenzeitlich erklärte der Moderator, ein bisschen verwirrt zu sein. Erst vor wenigen Tagen hatte Gottschalk angekündigt, in Show-Rente gehen zu wollen.

Cher wurde bei der Preisverleihung als „Legende“ mit dem Bambi bedacht. Laudator Hannes Jaenicke hatte Cher als „die Künstlerin, die Ikone, die Humanistin, die Legende“ eingeführt. Die Auszeichnung für die 79-Jährige folgte als Höhepunkt am Schluss der Gala.

Bleibt die Frage: Was ist los mit Thomas Gottschalk? Von ihm selbst gab es bisher keinen Kommentar zu dem Seltsam-Auftritt.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.