Thomas Gottschalk: Was ist ein epitheloides Angiosarkom?
Thomas Gottschalk musste wegen einer seltenen, aggressiven Krebsform bereits mehrfach operiert werden.
Thomas Gottschalk kämpft seit vier Monaten mit Krebs. Das erzählte der Moderator am Wochenende „Bild“ und erklärte damit zugleich auch seine verwirrenden Auftritte bei zwei Preisverleihungen,
Konkret hat es der Showmaster mit einem epitheloiden Angiosarkom zu tun. Das ist eine sehr seltene Krebsart, die von den Blutgefäßen ausgeht und sehr aggressiv ist – also eine hohe Metastasierungsneigung hat.
Gottschalk wurden bei einer siebenstündigen Operation einen Teil der Harnleiter und der Blase entfernt. Seit einiger Zeit nimmt er starke Schmerzmittel (Opioide), die nach eigenen Angaben auch einen Einfluss auf seine mentale Verfassung haben.
Epitheloides Angiosarkom: Entstehung, Häufigkeit, Behandlung
Das epitheloide Angiosarkom ist ein seltener Subtyp des Angiosarkoms, die ihren Ursprung in den Zellen der Blut- und Lymphgefäße (also den Endothelzellen) hat. Nur äußerst selten betrifft er auch innere Organe. Angiosarkome machen laut Statistik nur etwa ein bis zwei Prozent der Weichteilsarkome aus. Es gibt nur wenige Fälle pro Million Krebserkrankungen, Gottschalks epitheloider Subtyp mit Befall der Blase ist dabei nochmals seltener.
Operiert wurde der Moderator von Professor Jürgen E. Gschwend von der TU München, Spezialist für Eingriffe an der Harnblase und an der Prostata. Er sagte der „tz“, dass im Fall von Gottschalk umgehend gehandelt werden musste. „Der Faktor Zeit ist bei dieser Krebsart besonders wichtig.“
Gschwend weiter: „Es ist wichtig, dass man das von Krebszellen befallene Gewebe restlos entfernt. Deshalb ist in manchen Fällen auch eine weitere OP nötig, um wirklich sicher zu sein, dass man alles erwischt hat.“
33 Bestrahlungen für Thomas Gottschalk nach OP
Gottschalk und seine Frau Karina bestätigten zwei Operationen und insgesamt 33 Bestrahlungen nach den Eingriffen. „Dennoch bleibt bei dieser Krebsart leider ein nicht unerhebliches Rückfallrisiko bestehen“, so Professor Gschwend. „Um ein solches sogenanntes Rezidiv rechtzeitig zu erkennen, sind engmaschige Kontrolluntersuchungen ratsam. Sie erfolgen in der Regel alle acht bis zwölf Wochen.“
Die Ursache für das epitheloide Angiosarkom ist unbekannt. Man weiß nur, dass die Wucherungen durch Veränderungen in der DNA der Weichgewebezellen entstehen, die dann zu einer schnellen Zellvermehrung führen. In den meisten Fällen tritt der Krebs in späten Lebensphasen auf. Ein erhöhtes Risiko besteht zum Teil nach vorangegangener Strahlentherapie oder bei langanhaltenden Lymphschwellungen. Die Überlebensraten sind in der Regel niedrig, hängen aber von mehreren Faktoren ab (frühzeitige Lokalisation, Behandlungsform und Größe).