Bösartiger Tumor: Thomas Gottschalk kämpft gegen den Krebs

Thomas Gottschalk macht seine seltene Krebserkrankung öffentlich, spricht über Operationen, Nebenwirkungen und seinen Rückzug aus dem TV.

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In den vergangenen Wochen wurde viel über den Gesundheitszustand von Thomas Gottschalk spekuliert. Nun hat der Moderator seine Krebserkrankung öffentlich bestätigt. „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir die Karten auf den Tisch legen. Ich habe Krebs“, sagte er in einem Interview mit der „Bild“, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Karina gab.

Zweite Operation und belastende Diagnose

Karina Gottschalk erklärt: „Thomas hatte vor knapp vier Monaten eine schwere, komplizierte Krebsoperation. Die Diagnose war heftig. Epitheloides Angiosarkom. Ein seltener, bösartiger Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Thomas wurde sofort operiert. Sie mussten sowohl einen Teil der Harnleiter als auch von der Blase wegnehmen.“

Kurz darauf folgte der Befund aus der Pathologie. „Thomas musste dringend ein zweites Mal operiert werden, weil noch viel mehr Gewebe vom Krebs befallen war, als vermutet.“ Nachdem er zwei Wochen später die Klinik verlassen durfte, gönnte sich Gottschalk jedoch keine Pause. Er hatte fest zugesagte Engagements und Verträge einzuhalten. „Das war rückblickend wohl mein größter Fehler“, sagt er heute.

Noch immer muss Gottschalk laut seiner Frau starke Opiate gegen die Schmerzen einnehmen. Zuhause sei er weiterhin „witzig, frech, gut gelaunt“. Doch erst bei der Bambi-Verleihung habe das Paar gemerkt, welche Nebenwirkungen die Medikamente haben. „Er war in Schockstarre. Er hatte einen Blackout. Als er das sagte, war es nicht gelogen“, so Karina Gottschalk.

Öffentliche Auftritte sorgen für Irritationen

Gottschalk hatte zuletzt bei zwei Auftritten mit teils wirren Aussagen irritiert und Spekulationen ausgelöst. Auch am Freitagabend sorgte er bei einem weiteren Fernsehauftritt für Verwunderung. Zwei Wochen nach seiner kritisierten Bambi-Moderation wurde er nun selbst mit dem österreichischen TV-Preis Diamant-Romy ausgezeichnet.

Bei der Verleihung in Kitzbühel wirkte er erneut verwirrt, seine Stimme zitterte. Die ihm zur Verfügung stehende Redezeit irritierte ihn offenbar besonders. Bereits bei der Bambi-Gala war er desorientiert und verhaspelte sich mehrfach.

Nebenwirkungen der Medikamente und nahender Rückzug

Über seine Aussetzer sagt der 75-Jährige: „Ich war nicht darauf vorbereitet, dass mir jemals so etwas passieren könnte. Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken.“ Auf die Frage, warum er die Romy-Veranstaltung nicht abgesagt habe, antwortet er: „Dann wäre noch mehr Häme über mich hereingebrochen. Außerdem bin ich alte Schule und erfülle meine Verpflichtungen.“ Die Medikamente vor dem Auftritt abzusetzen, hätten ihm die Ärzte untersagt.

Zum Abschluss des Interviews zeigt er sich einsichtig: „Bei der Romy habe ich gemerkt, es hat keinen Sinn. Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden.“ Gottschalk kündigte an, sich nach einer TV-Sendung am 6. Dezember aus dem Showgeschäft zurückzuziehen.