Till Lindemann: Russisches Museum wirft Rammstein-Sänger Vertragsbruch vor


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Anfang August 2021 war Till Lindemann unter die digitalen Kunsthändler gegangen. Für bis zu 100.000 US-Dollar inserierte der Rammstein-Sänger Porträts und Videos, die ihn im Eremitage-Museum in St. Petersburg zeigen. Verantwortliche des altehrwürdigen Kunstmuseums sprechen nun von Vertragsbruch und einem „dreckigen Spiel“.

100.000-Dollar-Fauxpas

Was bald wohl vor Gericht enden wird, begann als ungewöhnliche Geschäftsidee des Sängers in Zusammenarbeit mit dem Berliner Start-Up twelve x twelve. Gemeinsam verkauft das Gespann Bilder, Videos und animierte Porträts, die Lindemanns Konterfei ziert. Für das teuerste Kunstwerk – ein bislang unveröffentlichtes One-Shot-Video – sollen Investor*innen bis zu 100.000 US-Dollar hinblättern.

Bei NFTs (Non-fungible Tokens) handelt es sich um digitale Kunstwerke, an denen die Käufer*innen lediglich das Urheberrecht erwerben. Mit Lizenzverletzungen hätten sich der Rammstein-Sänger und sein Team also eigentlich auskennen müssen. Dennoch versäumte es der frischgebackene Kunsthändler, beim Museum um Erlaubnis zu fragen.

Ursprünglich war Lindemann für einen Musikvideo-Dreh zu seiner Version des sowjetischen Klassikers „Lubimy Gorod“ in St. Petersburg gewesen, den das Eremitage auch tatsächlich genehmigt hatte.

Via Facebook verkündeten Sprecher*innen des weltbekannten Museums nun rechtliche Schritte einleiten zu wollen. Die Aktion Lindemanns sei als weltweiter Präzedenzfall zu sehen:

Wie eine schöne Geschichte sich als dreckiges Spiel im Bereich der Verletzung von Museumsrechten und des NFT-Verkaufs entpuppte. Im Mai 2021 erlaubte das Eremitage im Kontext des Deutschlandjahres den Dreh eines Musikvideos zum Song Lubimy Gorod. Jetzt Bilder von Objekten und dem Interieur des Museums in einer Token-Kollektion zu nutzen, deklariert als Eremitage Edition, war nie und würde auch nie vom Museum genehmigt werden. Das Eremitage hat – als wohl erstes Museum der Welt – die unlautere Verwendung seines Namens und seiner ausgestellten Arbeiten im Bereich der NFTs zu beklagen.

Gelohnt hat sich Lindemanns teueres Missgeschick bislang übrigens nicht – stand Dienstag (17. August 2021) hat zumindest an dem 100.000-Dollar-Video noch niemand Interesse gezeigt.